Ole ohne Kohle (aus Lüdenscheid): Sein Leben nach "Berlin Tag und Nacht"

+
"Ole ohne Kohle" ist unter die Buchautoren gegangen.

Lüdenscheid – An seine Kindheit in Lüdenscheid hat Falko Ochsenknecht keine guten Erinnerungen. „Ich wurde in der Schule gemobbt und ausgegrenzt, allein schon wegen meines Namens“, erzählt Falko, der später in seiner Rolle als der tollpatschige Ole Peters, besser bekannt als „Ole ohne Kohle“, in der erfolgreichen RTL-2-Soap-Serie „Berlin Tag und Nacht“ zum Fernsehstar wurde.

Schon damals, als Außenseiter in der Schule, nahm er sich vor, es seinen Mitschülern zu zeigen, und genau das tat Falko Ochsenknecht. Seit 2018 ist er nach sieben Jahren Fernsehpräsenz bei „Berlin Tag und Nacht“ nicht mehr dabei, ist sich nach eigenen Angaben noch nicht sicher, ob und in welcher Form er als Schauspieler weiterarbeiten möchte. Warum Falko ausgestiegen ist, das ist eines der vielen Themen seines ersten Buches, das am 11. Juni 2019 auf den Markt kam – mehr dazu verraten möchte er deshalb noch nicht, schließlich sollen die Menschen ja noch neugierig sein auf das Buch.

Im Mittelpunkt von „Mobbing, Ruhm und treue Hunde – Danke Amy!“ steht jedoch eindeutig eine treue Freundin, die den Schauspieler und Partysänger über viele Jahre seines Lebens begleitet hat und die am 9. März 2018 verstarb: Bordeaux-Dogge Amy. Für Falko Ochsenknecht war die Hündin in seinem Leben in vielerlei Hinsicht ein treuerer, bedingungsloserer Freund als die meisten Menschen um ihn herum, und umso schwerer traf ihn der Verlust des Vierbeiners.

„Ich habe Amy damals am Sterbebett versprochen, ein Buch für sie zu schreiben“, erinnert sich Falko. „Viele Menschen geben sehr wenig auf ihre Versprechen ... ich wollte das anders machen.“ Auf das Buch, das im Titus-Verlag erschienen ist, ist Falko Ochsenknecht, der schon seit vielen Jahren in Berlin lebt, sehr stolz. „Ich hatte dafür keinen Ghostwriter, sondern habe es von Grund auf selbst geschrieben“, betont Falko, und freut sich, dass er es geschafft hat, sein Versprechen an Amy wahr werden zu lassen.

In seiner Trauer um den Verlust der Hündin wurde der Schauspieler von seiner Umgebung meist nicht ernst genommen. „Im Grundgesetz steht, dass die Würde des Menschen unantastbar ist“, sagt Falko Ochsenknecht. „Aber wenn zum Beispiel ein Elternteil stirbt, hat man in Deutschland Anspruch auf genau einen freien Arbeitstag, um zu trauern und alle Angelegenheiten zu regeln, dann wird man wieder ins Hamsterrad gezwungen. Ich finde das nicht richtig, das geht gegen die Menschenwürde.“ Falko sollte nach einer Woche der Trauer um seine geliebte Freundin Amy wieder loslegen und Partyschlager auf Mallorca singen.

„Kaum jemand hatte Verständnis dafür, wie sehr mich der Tod des Hundes getroffen hatte“, erinnert sich Falko, der in seiner Not sogar bei der Seelsorge anrief. „Da wurde ich auch nicht ernst genommen, und die Dame hatte die Frechheit, mich zu fragen, ob der Anruf ein Scherz sei“, so Falko Ochsenknecht. Schließlich suchte er, wie bei einigen Schicksalschlägen in seinem Leben, das Heil im Alkohol.

 „In meinen Augen ist Alkohol überflüssig und nichts, was die Menschheit braucht“, heißt es im Buch. Falko ist inzwischen der Ansicht, dass ihn Amys Tod letztlich geerdet und offen für die Dinge gemacht hat, die wirklich wichtig sind im Leben. Zwar sei er auch in der Zeit, als er besonders viel Erfolg und Geld hatte, nicht wirklich abgehoben, aber durch Amys Tod seien ihm die wirklichen Werte im Leben wieder bewusster geworden, betont Falko. „Dieses Buch ist das erste Projekt seit vielen Jahren, das ich nicht des Geldes wegen gemacht habe“, meint Falko Ochsenknecht, der inzwischen wohl auch mit seiner Heimatstadt Lüdenscheid, wo er hin und wieder seine Mutter besucht, seinen Frieden gemacht zu haben scheint.

„Wenn ich mich hier rund um das Rathaus umschaue, hat sich offensichtlich sehr viel zum Positiven hin verändert im Gegensatz zu damals, als ich weggegangen bin und viele, vor allem junge Leute, nicht positiv über Lüdenscheid geredet haben“, sagt er. Inzwischen hat der Schauspieler und Partysänger auch einen neuen Hund an seiner Seite – Emma, wie seine geliebte Amy eine Bordeaux-Dogge, hat Falko Ochsenknecht mit ihrer ruhigen Art ebenfalls lieb gewonnen, wenn auch auf eine andere Weise, wie er betont. „Ich bin schon sehr gespannt, wie mein Buch bei den Menschen ankommt und freue mich auf ein Feedback dazu“, meint Falko. Ob er sein Buch auch im Rahmen einer Lesung in seiner Heimatstadt Lüdenscheid vorstellen wird, weiß er noch nicht: „Auf jeden Fall werde ich mich aber mal umhören, ob es dazu eventuell eine gute Location gibt.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare