Marga Kreinberg mit vier Stimmen zur Ortsgruppen-Sprecherin gewählt

Lüdenscheider AfD geht an den Start

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Sie wollen in der Lüdenscheider Kommunalpolitik mitmischen: die Vorstandsakteure der neuen AfD-Ortsgruppe. Als Sprecherin agiert dabei Marga Kreinberg (2. von rechts).

Lüdenscheid - Das politische Spektrum in Lüdenscheid ist ein Stück größer geworden. Bei einer Gründungsversammlung in der Gaststätte Zum Markgrafen hat sich eine Lüdenscheider Ortsgruppe der „Alternative für Deutschland“ (AfD) formiert. Mit der Wahl eines Vorstandes besitzt die Partei in der Bergstadt nun ein Gesicht. Als AfD-Sprecherin agiert künftig Marga Kreinberg.

Das Wahl-Prozedere sorgte indes zunächst für leichte Verwirrung. Denn nur vier eingeschriebene AfD-Mitglieder waren an diesem Abend erschienen. Und nur sie hatten die Berechtigung, den Vorstand zu wählen. Ob es aktuell überhaupt mehr als vier AfD-Parteigänger in Lüdenscheid gibt, gilt als unklar. Die übrigen Besucher im Saal waren lediglich Sympathisanten oder Neugierige. So wie der heimische NPD-Mann Stephan Haase, der als 17. und letzter Teilnehmer der Versammlung mit festen Schritten in den Raum marschierte. Den Abend über blieb der Rechtsextreme aber stumm.

Angesichts einer solchen Zusammensetzung der Runde waren die Wahlzettel relativ schnell ausgewertet. Mit vier Ja-Stimmen – darunter ihrer eigenen – erhielt Marga Kreinberg dabei das einhellige Vertrauen ihrer Mitstreiter und fungiert damit künftig als AfD-Vorfrau. Als Vize-Sprecher tritt fortan ihr Ehemann Udo in Erscheinung. Die vier Beisitzer-Posten übernehmen Lisa Reich, Frank Menzel, Hans-Dieter Fritsch und Heinz-Peter Schubert. Davon ist indes nur Reich AfD-Mitglied. Den anderen Beisitzern fehlt die Parteizugehörigkeit – was an diesem Abend aber toleriert wurde.

Der Vorstandswahl vorausgegangen war eine längere Debatte über die politische Ausrichtung der AfD und das persönliche Befinden ihrer Unterstützer. Dabei ging es auch wieder um den gegen die AfD oft geäußerten Rechtsverdacht.

Den versuchte Sebastian Schulze von der AfD-Kreisgruppe abzuwehren. Seine Sicht: „Die anderen Parteien sind weitgehend mutiert. Die AfD ist eine Top-Partei, die die Demokratie erhalten will. Ich habe bei uns noch keinen gesehen, der rechtes Gedankengut hätte.“

Kurz darauf ergriff auch Marga Kreinberg das Wort. Das klang so: „Um in Lüdenscheid durchzukommen, muss man inzwischen ja Russisch oder eine andere Fremdsprache können.“

Doch auch Schulze hat seine Nöte. Angesichts von Unstimmigkeiten zwischen deutschen und französischen Politikern glaubt er dies: „Wenn Deutschland Frankreich sagt, wo es langgeht, kommen die irgendwann zu uns rüber. Davor habe ich Angst.“

An einem genaueren Wahlprogramm für Lüdenscheid will die AfD noch feilen. In welchen der 24 Lüdenscheider Wahlbezirke sie bei der Kommunalwahl im Mai Kandidaten stellen wird, ist noch völlig ungewiss.

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