Lüdenscheider gefragt: Was erwarten Sie vom Papst-Nachfolger?

Papst Benedikt XVI. hat am Montag überraschend seinen Rücktritt angekündigt.

LÜDENSCHEID - Was sagen Lüdenscheider Bürger zum geplanten Rücktritt von Papst Benedikt XVI.? Was erhoffen sie sich vom Nachfolger? Unsere Zeitung hat sich umgehört. Das sind die Antworten:

Martin Krings findet es gut, dass beim Papst die Einsicht da ist und die Kirche es zulässt, dass er an einem Punkt, wo er aus gesundheitlichen Gründen die ihm gestellten Aufgaben nicht mehr ausführen kann, freiwillig zurücktritt. „Das zeigt, dass die katholische Kirche sich vielleicht doch der modernen Gesellschaft öffnet, denn genau das würde ich mir vom neuen Papst wünschen: aus meiner Sicht notwendige Reformen.“

Jürgen und Manuela Pieper respektieren den Papst-Rücktritt. „Jeder hat das Recht, zurückzutreten, wenn er sich gesundheitlich nicht mehr wohlfühlt. Der nächste Papst sollte jünger sein und eine modernere Einstellung zu Verhütung, Abtreibung und Zölibat haben. Er sollte sich der Aufarbeitung der Übergriffe durch Geistliche intensiv widmen. Die katholische Kirche sollte sich generell unserer Zeit anpassen.“

Athina und Nikolaus Sfiriklas (mit Anastasia) wünschen sich vom neuen Papst, „dass er seine Pflichten genauso erfüllt wie Benedikt XVI. Das Thema Verhütung sollte lockerer gehandhabt werden – gerade wo ein farbiger Papst favorisiert wird. Wir hoffen, dass er es schafft, dass die katholische Kirche glaubhaft rüberkommt und dass er sich mehr für die Armen einsetzt – in Anbetracht der unvorstellbaren Schätze des Vatikan.“

Volker Ziel sagt: „Der Papst ist meines Erachtens der gewählte Stellvertreter Jesu auf Erden und ich kann mit seinem Rücktritt schlecht umgehen. Ich bezweifle, dass er das von Gott bekommene Amt zurückweisen kann. Ich finde, die Kirche muss nicht mit der Zeit gehen, die Regeln des Glaubens wurden vor über 2000 Jahren für jeden nachlesbar in der Bibel festgeschrieben und gehören zur Glaubensgrundlage.“

Wula Tsiba bedauert, dass Papst Benedikt XVI. zurückgetreten ist, akzeptiert das aber aufgrund seiner gesundheitlichen Beschwerden. „Ich würde mir bei der Neuwahl einen jüngeren Papst wünschen, der mehr Ausdauer und Kraft hat. Gerade für die Dritte-Welt-Länder muss etwas zum Thema Verhütung getan werden. Ich als werdende Mutter kann die Nachrichten von hungernden Kindern kaum ertragen.“

Werner Zimmermann findet es gut, dass der Papst sich zum Rücktritt entschlossen hat. „Jemand, der eine Weltreligion leitet, kann – übertrieben gesagt – nicht im Wachkoma liegen.“ Vom neuen Papst erwartet er, dass er die katholische Kirche modernisiert und wichtige, längst notwendige Reformen einleitet. „Ich denke da insbesondere an den Zölibat. Es wäre gut, wenn ein jüngerer Kardinal Papst würde.“

Conny Stavridis meint, bei der katholischen Kirche müsse sich einiges tun. „Die Kirche ist einfach nur konservativ, sie muss sich der heutigen Zeit anpassen. Die Ansichten der katholischen Kirche sind längst überholt. Themen wären Pille, Verhütung und Zölibat.“ Die Jura-Studentin akzeptiert den Rücktritt und fände es sinnvoll, wenn der nächste Papst bei Amtsantritt deutlich jünger wäre.

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