Repräsentative Kundenbefragung durch Studenten

Gastronomen und Einzelhändler organisieren sich

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Die Ballon-Girlande über dem Eingang von Hussel war Auslöser der „Luftballon-Revolution“.

Lüdenscheid - Einen Monat nach der „Luftballon-Revolution“ ist die Luft längst nicht raus: Einzelhändler und Gastronomen der Altstadt und der Wilhelmstraße sind entschlossen, ihre Interessen gegenüber der Stadt gemeinschaftlich und mit praxisnahen Vorschlägen zu vertreten. Erste Treffen in größeren Runden sind gelaufen.

Stichworte wie Bevormundung, Gängelung, Vorschriftenwut, schlechte Kommunikation und Information hatten zuletzt zunehmend für Unmut unter Gastronomen und Einzelhändlern der Innenstadt gesorgt. Die Stadtverwaltung hatte darauf mit der Aufforderung an die Unzufriedenen reagiert, Konzepte auszuarbeiten und zur Diskussion und letztlich politischen Entscheidung vorzulegen. Dazu sind Gastronomen und Händler bereit.

Das Fass zum Überlaufen gebracht hatte im April die Kritik einer städtischen Mitarbeiterin an der Luftballon-Traube über dem Hussel-Eingang, die angeblich nicht ins Stadtbild passe. Von den zuständigen Rathausmitarbeitern um Martin Bärwolf, Fachbereichsleiter Planen und Bauen, zwar als Missverständnis deklariert, hatte sich an der Luftballon-Frage aber genereller Unmut über nach Ansicht vieler zu weit reichende Regulierungen bis hin zur Sonnenschirmfarbe entzündet.

Für den Bereich Altstadt hatte Marketing-Mann Willi Denecke bereits bei einer Infoveranstaltung im Rathaus seine Bereitschaft erklärt, die Kritik zu bündeln. Inzwischen habe man gemeinsam mit Vertretern der Gruppe Wilhelmstraße/ Stern- und Rathausplatz, Thorsten Faust (Hörakustik Nockemann) und Oliver Scherff („Papageno“), Kritik gesammelt und Ziele aufgelistet. Es gebe, hieß es am Freitag, sehr viele Übereinstimmungen, aber auch einige unterschiedliche Probleme. Geplant ist, die Initiative bis zum Knapp auszudehnen. Allen gemein ist der Wunsch nach Belebung der Innenstadt, nach besserer Kommunikation mit Behörden, nach mehr Aufenthaltsqualität. Alles soll „zügig und zeitnah“ geschehen.

„Leitplanken müssen sein“, übernimmt Denecke eine Formulierung der Stadtplaner, „aber innerhalb derer muss man sich bewegen können.“ Wer sich wie bewegen möchte, wird derzeit erfragt – als Grundlage für Veränderungen. „Welche Vorschriften der Gestaltungssatzung sollten gestrichen oder modifiziert werden?“ heißt es da oder „Welche Wünsche haben Sie für Ihr eigenes Geschäft/Ihren Gastronomiebetrieb?“ Untermauert werden könnte das, so eine weitere Idee, mit einer repräsentativen Kundenbefragung durch Studenten.

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„Wir wollen den Druck im positiven Sinne erhöhen“, sagt Denecke: „Ich habe ein sehr gutes Gefühl, weil’s eine tolle Truppe ist.“ Das bestätigt Thorsten Faust im Namen der Wilhelmstraßen-Anlieger: „Es gibt ein sehr, sehr reges Interesse.“ Auch von Seiten der Stadt übrigens: Die habe sich sehr interessiert an einer Zusammenarbeit gezeigt und etwa beim Thema Sonnenschirme schon Kompromissbereitschaft signalisiert. Bezüglich der Übergangsgestaltung leer stehender Geschäfte und mehr Sauberkeit solle kurzfristig etwas geschehen. Noch vor den Sommerferien wolle man sich zum weiteren Austausch mit der Stadt treffen.

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