30 Fotografien zum Thema "Freunde"

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Der Lüdenscheider Fotograf Guido Raith stellt in den Museen 30 Fotografien zum Thema „Freunde“ aus.

Lüdenscheid - „Natürlich sind die Bilder inszeniert und subjektiv. Aber die Botschaft ist klar: Es geht um Freunde. Punkt.“ Wenn am nächsten Sonntag, 31. Mai, in der Städtischen Galerie an der Sauerfelder Straße die Ausstellung „Freunde“ eröffnet wird, liegen hinter dem Lüdenscheider Fotografen Guido Raith spannende Monate.

Monate, in denen er manchmal zweimal, dreimal zu seinen „Motiven“ gefahren ist nur für den „richtigen Moment“. Für den Moment, in dem auch durch die Fotografie klar wird: Hier sind zwei Freunde abgelichtet, die etwas verbindet, der eine mit Migrationshintergrund, der andere aus „der Aufnahmegesellschaft, wie das so schön heißt“, sagt Ulrike Tütemann, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Städtischen Museen und im Verein „Wir hier“. Man wollte mit Landesmitteln für kulturelle Förderung ein Projekt möglich machen, das Beziehungen über Ländergrenzen hinweg zeigt. Guido Raith hatte seinerzeit die Idee, das einfachste verbindende Element zwischen zwei Menschen im Bild darzustellen: Freundschaft.

Mit Unterstützung des Landes und der Lüdenscheider Sparkasse entstanden in den Folgemonaten 30 großformatige Schwarzweiß-Fotografien. Freunde völlig unterschiedlicher Couleur, generationsübergreifend, das jüngste Paar gerade mal elf Jahre und Fußballfreunde, die älteste von ihnen ist Hildegard, die Tür an Tür mit dem äthiopischen Studenten Misrak wohnt – Nachbarn und Freunde.

„Die bewegendste Geschichte dazu war eigentlich die von Monika Deitenbeck-Goseberg und Naser, ein Flüchtling, der noch einmal zurück nach Jordanien musste, um Papiere zu besorgen. Er durfte nicht wieder ausreisen. Damals schwor sich Monika, genau dort zu beten und Gott zu danken, wo sie gerade ist, wenn sie hört, dass Naser wieder sicher in Deutschland ist. Das war auf der Lennestraße. Sie ist rechts ran gefahren und hat auf der Straße gebetet. Und genau da ist das Bild entstanden“, erinnert sich Raith.

Es sind symbolträchtige Bilder, die da ausgehängt sind, manchmal ist das Band der Freundschaft auf den ersten Blick erkennbar, mitunter muss man auch ein bisschen genauer hinsehen, um zu erkennen, was die Freunde verbindet. Zu sehen sind die Aufnahmen bis zum 29. September. Danach werden sie in die Sparkasse transportiert und dort wieder ausgestellt, möglicherweise mit dem Ziel, eine Wanderausstellung daraus zu konzipieren.

Am 31. Mai (16 Uhr) sind die „Freunde“ eingeladen ins Foyer der Museen. Und deren Freunde. Und die Freunde von deren Freunden. Es gibt Getränke, ein paar einführende Worte und Musik der Band Soultrain.

- Jutta Rudewig

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