Windbruch und Verluste in den Wäldern 

Waldwege versperrt: Totholz muss nach Stürmen liegen bleiben

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Bei der Beseitigung der Sturmschäden arbeiten Feuerwehr und Waldarbeiter Prioritätenlisten ab. Zuerst müssen Straßen und Wege – wie hier die Mintenbecker Straße nahe Schloss Neuenhof – freigeräumt werden.

Lüdenscheid/Kreis - Die Wälder in der Kreisstadt sind mit einem „blauen Auge davongekommen“.

Nach den Sturmtiefs „Eberhard“ und „Franz“, die zwischen Sonntagnachmittag und der Nacht zu Mittwoch über das Sauerland hinwegfegten, hat sich Revierförster Marcus Teuber einen ersten Überblick über die Schäden verschafft. 

Das Fazit des Experten vom Lüdenscheider Forstamt: „Unsere Wälder haben die Stürme einigermaßen gut überstanden.“ Einen Grund dafür sieht Teuber darin, dass die beiden Tiefdruckgebiete „nicht mit einem dauerhaften Winddruck“ unterwegs waren, sondern – anders als zum Beispiel der Orkan „Friederike“ vor einem Jahr – eher mit starken einzelnen Böen. 

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Deshalb gab es keine flächigen Brüche ganzer Waldhänge, sondern einige sogenannte Nesterwürfe. Betroffen seien eher einzelne Bäume oder kleine Gruppen von maximal 15 Bäumen gewesen, so Teuber. 

„Eberhard“ und „Franz“ haben dabei nach Beobachtungen des Revierförsters auffällig vielen und vor allem älteren Laubbäumen zugesetzt. Ausladende und eng verzweigte Kronen haben den Böen demnach Angriffsflächen geboten. Das treffe vor allem auf den Stadtpark zu, aber auch auf Wälder im Oedenthal, den Krummenscheider Wald im Ortsteil Dickenberg oder die Nurre oberhalb des Saunadorfs am Nattenberg. 

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Zurück blieben umgestürzte Bäume, die allenfalls noch als Brennholz taugen, aber nicht mehr als Ware fürs Sägewerk. Die umgeworfenen Gehölze blockieren auch mehrere Waldwege. Revierförster Teuber sagt, er habe darauf verzichtet, Wege komplett zu sperren. Die Aufräumarbeiten würden aber „noch einige Zeit“ dauern, weil er die nassen Wege nicht mit schweren Maschinen „vollends kaputtmachen“ wolle. 

Auch die Forste rund um Schloss Neuenhof haben in den zurückliegenden Tagen einiges abgekriegt. Waldbesitzer Alhard Graf von dem Bussche-Kessell spricht von „einigen hundert Festmetern, im ganzen Revier verteilt“. 

Das Bruchholz müsse nun aufwendig zerkleinert und aus dem Wald geholt und könne nur noch als Brennholz vermarktet werden. „Das bedeutet: hohe Kosten, wenig Ertrag.“ 

Die Käfer kommen 

Bei der Beseitigung des Bruchholzes müssen die Waldarbeiter nach Angaben des Revierförsters aufs Tempo drücken. Denn: „In den nächsten drei bis vier Wochen kommt ein neuer Käferschub.“ Gerade umgestürzte Gehölze sind nach Teubers Worten „ideale Orte für die Borkenkäfer“. Die machen den Waldbauern seit Jahren ohnehin zunehmend das Leben schwer. 

Forstamt warnt 

Auf Spaziergänge in den Wäldern sollten Erholungssuchende laut Warnung aus dem Forstamt derzeit tunlichst verzichten. Marcus Teuber: „Der gesunde Menschenverstand sollte nicht zu Hause gelassen werden!“

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