Flüchtlinge: Waffeln und Vokabeln

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Waffeln auf dem Teller und Deutschbücher auf dem Tisch: So sah es in der Flüchtlingsunterkunft aus.

Lüdenscheid - Die Turnhalle der Hermann-Gmeiner-Schule verwandelte sich am Montagnachmittag in eine Waffelstube. 14 Mitglieder der Gemeinde Oberrahmede waren gemeinsam mit Pfarrerin Monika Deitenbeck-Goseberg in die Turnhalle gekommen, um für die Flüchtlinge, die seit der vergangenen Woche in der Schule untergebracht sind, zu backen.

Die süßen Leckereien fanden reißenden Absatz. Doch saßen die Männer, Frauen und Kinder aus aller Herren Länder nicht einfach schmausend auf ihren Stühlen. Sie nutzten die Gelegenheit, gemeinsam mit den Helfern Deutsch zu lernen.

„Unter den Flüchtlingen sind einige Lehrer. Sie sind eifrig dabei, gemeinsam mit den anderen das Alphabet und die Zahlen zu lernen“, erklärte Monika Deitenbeck-Goseberg. Schnell hatten die eifrigen Lerner auf großen Blättern ihre eigenen Unterrichtsmaterialien hergestellt, schrieben das Alphabet auf Deutsch, Albanisch und Arabisch auf die Bögen und übten in der Gruppe die richtige Aussprache. Die ehrenamtlichen Helfer waren derweil damit beschäftigt, Anschauungsmaterialien für den improvisierten Unterricht zu beschaffen.

Deutsch als vierte Fremdsprache

„A wie Apfel, B wie Banane – das ist alles klar“, sagte eine Ehrenamtlerin, während sie das Obst herbeiholte. „Aber was machen wir mit C?“ Kreativität war gefragt – und Improvisationstalent. Ein kleiner Junge aus Äthiopien vertiefte sich währenddessen in einen Bogen, auf dem Tiere und ihre deutschen Bezeichnungen zu sehen waren. „Affe, Bär, Chamäleon“, las er flüssig. „Deutsch wird meine vierte Fremdsprache. Ich spreche meine Muttersprache, Englisch und Italienisch.“ Italienisch habe er auf seiner Flucht in Italien gelernt, erzählte der Junge stolz.

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