Lüdenscheider Finanzamt nimmt weniger Steuern ein

LÜDENSCHEID ▪ Die allgemein angenommene Verbesserung der Konjunkturaussichten lässt sich mit den Halbjahreszahlen des Finanzamts Lüdenscheid allein noch nicht belegen. Zur Mitte des Jahres liegen die Einnahmen für das erste Halbjahr 2010 noch 4,54 Prozent unter den Zahlen des ohnehin schon schlechten Vorjahres. darauf weist das Finanzamt in einer Pressemitteilung hin.

Das Finanzamt an der Bahnhofsallee hat in diesem Zeitraum nur knapp 392 Millionen Euro eingenommen gegenüber mehr als 410 Millionen Euro im Vorjahr; damit also rund 18,5 Millionen Euro weniger.

Diese Zahlen liegen im allgemeinen Rahmen. So hat der Bund soeben bekanntgegeben, dass seine Steuereinnahmen um vier Prozent unter denen des Vorjahres gelegen hätten. Das Land NRW hat „zur Halbzeit“ ein Minus von 4,8 Prozent ausgewiesen (insbesondere auch bedingt durch den Übergang der Ertragshoheit der Kfz-Steuer auf den Bund).

Die Oberfinanzdirektion Münster (Westfalen/Lippe) mit ihren insgesamt 51 Finanzämtern musste ein Minus von 6,93 Prozent, in der Region Südwestfalen sogar von 7,36 Prozent hinnehmen.

Konjunktureller Optimismus lässt sich laut Pressemitteilung allerdings aus einem Vergleich der Einnahmen des Finanzamts im letzten Monat des ersten Halbjahres mit dem des Vorjahres ableiten. So lag das Steueraufkommen des Monats Juni allein um 29,5 Millionen Euro über dem Vergleichsmonat. Auch die April-Einnahmen hatten schon über denen des Vorjahres gelegen (rund sieben Millionen Euro).

Die Umsatzsteuereinnahmen lagen im ersten Halbjahr auch insgesamt über denen des Vorjahres (158 Millionen Euro, entsprechend 5,17 Prozent), und die Lohnsteuereinnahmen kamen in den Monaten April/Mai schon nahe an die Vorjahreszahlen heran, ehe sie im Juni übertroffen wurden. Die Einkommen- und Körperschaftsteuereinnahmen sind dagegen auch zur Jahresmitte noch deutlich unter denen des Vorjahres geblieben. Allerdings dauert es hier laut Finanzamt erfahrungsgemäß einige Zeit, bis positive Entwicklungen sich auch in höheren Steuervorauszahlungen niederschlagen.

Zum Gesamt-Steueraufkommen haben in Lüdenscheid folgende Steuerarten beigetragen: Umsatzsteuer mit 148 Millionen Euro (plus 5,17 Prozent); Lohnsteuer mit 146 Millionen Euro (minus 7,34 Prozent); Einkommensteuer mit 41 Millionen Euro (minus 17,56 Prozent); Kraftfahrzeugsteuer mit 23 Millionen Euro (plus 2,5 Prozent) und Körperschaftsteuer mit 4.5 Millionen Euro (minus 55,86 Prozent). An die Eigenheimbesitzer wurde Eigenheimzulage in Höhe von insgesamt 5,8 Millionen Euro ausgezahlt (minus 29 Prozent).

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