Lüdenscheider Feuerwehr: Experte liest der Verwaltung die Leviten

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Symbolbild

Lüdenscheid - Ein externer Gutachter, Experte einer Firma für Sicherheitsberatung, hat der Lüdenscheider Feuerwehr zahlreiche Defizite attestiert.

Die ersten Erkenntnisse, die die Gutachter des Büros für Sicherheitsberatung Luelf & Rinke aus Viersen über die Lüdenscheider Feuerwehr gesammelt haben, füllen schon 131 Seiten. 

Das ist das äußerliche Zeichen dafür, wie groß der Handlungsbedarf ist, um die Feuer- und Rettungswache wieder zu einem attraktiven Arbeitsplatz für Bewerber zu machen. Denn die braucht die Stadt angesichts 23 unbesetzter Stellen offenbar dringend. Sicherheitsberater Sven Ohrem bezeichnete die Personalmisere am Dukatenweg im Bau- und Verkehrsausschuss kurz und bündig als „Kernproblem“. 

Denn das Erreichen der zulässigen Jahreshöchstarbeitszeit, ab der kein einziges Fahrzeug mehr besetzt werden kann, war vor wenigen Monaten auf Mitte November errechnet worden. Durch erste Maßnahmen zur Personalgewinnung hat sich diese Frist nach LN-Informationen auf inzwischen 15. Dezember verlängert. 

Weitere schnelle Schritte sollen folgen, um die Sicherheit der Lüdenscheider Bevölkerung zunächst bis zum Jahresende zu gewährleisten. 

Neben dem Druck, die Lücken personell zu füllen, haben die Verantwortlichen im Rathaus nach Einschätzung der Sachverständigen eine Masse an organisatorischen Änderungen zu erledigen. Sven Ohrem bescheinigt der Wehr unter anderem ein „ausgeprägtes Kommunikationsdefizit“ und mahnt die Optimierung zahlreicher Arbeitsabläufe an. 

Das ist das Ergebnis von intensiven Gesprächen der Gutachter mit 29 Feuerwehr-Beamten sowie 27 anonymen Befragungen über die Arbeit und die Zufriedenheit des Personals. Dazu gehören vermeintliche Kleinigkeiten wie das noch eigenständige Waschen der Dienstkleidung oder eine verbesserungswürdige Organisation von Sport und Fortbildung. 

Im Hinblick auf eine näher rückende Pensionierungswelle und damit drängenden Bedarf an Nachbesetzung und einen Mangel an Ausbildungsstellen, auf gerechtere Bezahlung oder eine bessere IT-Ausstattung und -Betreuung auch der ehrenamtlichen Löschzüge ergibt sich laut Ohrem „eine relativ hohe Zahl von Handlungsempfehlungen“.

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