Leiharbeiter helfen

Feuerwehr Lüdenscheid: Neuer Ärger trotz personeller Entlastung

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Symbolbild

Lüdenscheid - Leiharbeiter verstärken seit wenigen Tagen den Rettungsdienst. In den Reihen der Lüdenscheider Feuerwehrleute ist auch diese Maßnahme nicht unumstritten.

Seit Mitte der Woche verstärken Leiharbeiter den Rettungsdienst der Stadt mit 24-Stunden-Schichten. Das hat der Bau- und Verkehrsausschuss in nicht öffentlicher Sitzung einstimmig per Dringlichkeitsentscheidung beschlossen. Einerseits sorgt das für eine Entlastung der angespannten Personalsituation auf der Feuer- und Rettungswache. Andererseits löst das in der Belegschaft offenbar trotzdem weiteren Unmut aus.

Laut Pressemitteilung aus dem Rathaus habe die Stadtverwaltung nach externen Lösungen für den Rettungsdienst gesucht, nachdem die Kommunalpolitiker es abgelehnt hatten, „zum Ausgleich der Vakanzen im Rettungsdienst die im Brandschutz zu besetzenden Funktionen zu reduzieren“. 

Der jetzt beauftragte Dienstleister sei der einzige Anbieter, der kurzfristig im benötigten Umfang Personal zur Verfügung stellen kann. Nach LN-Informationen handelt es sich bei den „ausgeliehenen“ Kräften teilweise um beamtete Feuerwehrleute, die in umliegenden Städten und Gemeinden Dienst tun. 

In ihren Freischichten nehmen sie Nebenjobs an – zum Beispiel als zweiköpfige Besatzung eines 24-Stunden-Rettungswagens in der Kreisstadt. Unbestätigten Angaben zufolge verdient ein extern beschäftigter Retter damit pro Schicht 450 Euro. Der Vertrag mit dem Dienstleister läuft bis zum 31. Juli, insgesamt also 77 Tage. Danach soll eine andere Firma den Betrieb eines Rettungswagens mit zwei Mann Besatzung übernehmen.

Mehr zur Personalmisere der Feuerwehr

Das „schmeckt“ den Lüdenscheider Feuerwehrbeamten, wie zu erfahren war, gar nicht. Zwar hatte die Stadt ihnen laut Beschluss von Anfang April „lukrative Opt-Out-Verträge“ angeboten. Doch die Bereitschaft, vertraglich vereinbarte Mehrarbeit für Extrageld zu leisten, war nach den Worten von Brandschutzdezernent Thomas Ruschin „sehr gedämpft“. 

In Feuerwehrkreisen heißt es dazu, dass von einem „lukrativen Angebot“ keine Rede sein könne. 14 Euro brutto pro Stunde seien einfach zu wenig. Doch die Verwaltungsspitze verweist auf die sogenannte Mehrarbeitsvergütungsverordnung, nach der ein höherer Vergütungssatz „rechtswidrig“ sei. 

Die Kritik aus der Feuer- und Rettungswache ist deutlich: Externe Leiharbeiter, lautet der Vorwurf, verdienten bei der Stadt mehr als ihnen der eigene Dienstherr für dieselbe Arbeit zu bezahlen bereit ist. 

Laut Pressemitteilung aus dem Rathaus war der Personalbestand in der Feuer- und Rettungswache zwischen 2016 und -18 „jeweils ausreichend“. Im Februar dieses Jahres „wurde jedoch festgestellt, dass der Personalbedarf für das laufende Jahr nicht gedeckt werden kann“. Ein zusätzlicher Mehrbedarf an Leuten habe sich ergeben, als die Stadt im Februar 2019 dem Rettungsdienstbedarfsplan folgen musste, den der Kreistag 2016 verabschiedet hatte. 

Damit habe die Stadt „einer kurzfristigen Forderung des Märkischen Kreises“ entsprochen – „obwohl die dafür im Stellenplan 2017 geschaffenen Stellen noch nicht durchgängig besetzt werden konnten“.

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