Die Überstunden häufen sich / Personalmangel spitzt sich zu

Lüdenscheider Feuerwehr verliert Kräfte: Woanders gibt es mehr Geld

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Wenig Personal, viele Überstunden: Die Lüdenscheider Feuerwehrleute hoffen dringend auf Entlastung, doch aus mehreren Gründen verzögern sich erforderliche Maßnahmen.

Lüdenscheid - Die Mannstärke in der Feuer- und Rettungswache lässt offenbar zu wünschen übrig. Seit Jahresbeginn hat die Wache am Dukatenweg 13 Kräfte verloren. Teil des Problems sind die vergleichsweise niedrigen Einstiegsgehälter. Woanders wird mehr gezahlt. Das hat Folgen.

Ende Oktober schrieb der Bürgermeister in einer öffentlichen Beschlussvorlage für den Bau- und Verkehrsausschuss über einen „sich zuspitzenden Personalmangel“. Nach LN-Recherchen hat die Wache am Dukatenweg seit Jahresbeginn 13 Leute von gut 100 verloren. Etwa die Hälfte davon, heißt es, ist gegangen, weil andere Wehren ihr Personal besser bezahlen. 

In der Sitzung hatte der zuständige Beigeordnete Thomas Ruschin von einem „Staubsauger-Effekt“ gesprochen, mit dem andere Kommunen Kräfte abwerben und den es zu bremsen gelte. Dabei spiele die Höhe der Einstiegsgehälter nach langer Ausbildung für Bewerber eine entscheidende Rolle. 

Aber auch Altgediente kehren der Lüdenscheider Feuerwehr den Rücken. Der ehemalige Sachgebietsleiter im Vorbeugenden Brandschutz, Frank Switala, zum Beispiel arbeitet seit April für die Berufsfeuerwehr Cuxhaven. Die Wiederbesetzung von Stellen, die durch Ruhestand frei geworden sind, klappt offenbar nicht wunschgemäß. Dazu kommen Verluste von Kräften, die sich beruflich komplett umorientieren. 

Die Überstunden häufen sich

Am Dukatenweg häufen sich derweil die Überstunden. Doch die Regelarbeitszeit von 48 Wochenstunden darf gesetzlich nicht überschritten und auch nicht von höchster Stelle angeordnet werden. Wie aus den Reihen der Wehr zu erfahren ist, bleibt bislang jedoch keine der Funktionen für den Einsatzfall unbesetzt, die Sicherheit der Bevölkerung ist demnach gewährt. Doch die Personaldecke ist kurz und dünn. 

Die Verwaltungsspitze im Rathaus wartet laut Ruschin immer noch auf die Vorlage eines Gutachtens, das die Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt) in Köln zwar angekündigt, aber mehrfach verschoben hat. „Da hängen wir ein wenig in der Luft.“ Denn erst auf Grundlage der Expertise ließen sich Eingruppierung und Besoldung den Erfordernissen anpassen, so der Beigeordnete. Dazu kommt angesichts der angespannten Lage des städtischen Haushalts das Problem, höhere Eingruppierungen von Feuerwehrleuten zu finanzieren. 

Die Schaffung einer neuen Struktur und flacherer Hierarchien könnte nach Worten Thomas Ruschins ein Denkmodell sein. Doch künftiger Personalbedarf und Organisation hängen auch davon ab, wie die Planungen für den Neubau der neuen Feuer- und Rettungswache an der Wiesenstraße aussehen. Die Entscheidung über den Kauf externen Fachwissens wurde auf Antrag der CDU-Fraktion allerdings vertagt.

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