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Bürgermeister-Wahl: Das ist der dritte Kandidat für die Dzewas-Nachfolge

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Von: Olaf Moos

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FDP-Bürgermeister-Kandidat Jens Holzrichter (rechts) und Mitstreiter aus seiner Partei beim  Landtags-Wahlkampf im August 2017. © Archiv

Lüdenscheid - Die FDP hat sich am Abend bei ihrem außerordentlichen Ortsparteitag in den bevorstehenden Kommunalwahlkampf eingeschaltet.

Die Mitglieder votierten im Restaurant Heerwiese einstimmig dafür, ihren Ratsfraktions-Chef Jens Holzrichter (50) als Kandidat der Liberalen ins Rennen um die Wahl des Bürgermeisters zu schicken. Die Kommunalwahlen werden am 13. September nächsten Jahres stattfinden. Es ist der Stadtfest-Sonntag. 

Der gebürtige Lüdenscheider Jens Holzrichter – seit 1988 FDP-Mitglied und hauptberuflich Gruppenleiter in der Kreditabteilung der Sparkasse – hat seit 2002 ein Ratsmandat inne und fungiert seit 2009 als Vorsitzender des Bau- und Verkehrsausschusses. Er steht nach eigenen Worten für „sachliche und pragmatische Arbeit“. 

Kommunalpolitik sei keine Ideologie. „Weltanschauung behindert Kommunalpolitik eher als sie sie fördert.“ In der Stadt gebe es „keinen sozialdemokratischen Kreisverkehr“ und auch keinen „linken Kindergarten“.

Ein bisschen liberale Weltanschauung, die staatlichen Einfluss ebenso skeptisch sieht wie Regulierungswut von Behörden und Politik, formuliert der Kandidat aber doch. „Wir wollen die Bürger gewähren lassen.“

„Fit für die Zukunft“ 

Noch ist das Wahlprogramm der Freien Demokraten nicht geschrieben. Der Stadtverband will in Arbeitsgruppen Konzepte für eine Reihe von Themenschwerpunkten entwickeln. 

„Alles in allem“, so der Kandidat, „geht es darum, die Stadt fit für die Zukunft zu machen“. Mit diesem Anspruch unterschieden sich die Liberalen nicht von den anderen Parteien. 

Konkret nannte Holzrichter Bereiche wie Infrastruktur, Breitband-Ausbau, Technologieförderung, Straßen und Verkehr, Folgen der demografischen Entwicklung für Schulen und Kindergärten oder gesellschaftliche Veränderungen und notwendige Konsequenzen, etwa für den Wohnungsbau. 

„Es sind Neubaugebiete nötig. Wir müssen aufpassen, dass uns die Leute nicht weglaufen.“ Auch Herausforderungen für den heimischen Einzelhandel sei ein Thema für die Politik. 

Es sei absehbar, dass weitere Filialisten die Stadt verlassen. „Der Niedergang des Einzelhandels darf nicht noch kommunalpolitisch beschleunigt werden!“

"Solide Finanzierung"

Wie beispielsweise bei der Ablehnung des Musikschul-Neubaus am Staberg, so fordern die Liberalen eine „solide Finanzierung“ aller städtischen Vorhaben. „Wir sollten nur Geld ausgeben für Dinge, die wir uns leisten können“, so eine zentrale Forderung. 

Da sei die FDP auch bereit zu unpopulären Entscheidungen. Holzrichter: „Das Wichtigste ist, in den nächsten Jahren das Haushaltssicherungskonzept zu schaffen – und danach nicht wieder in alte Gewohnheiten zu fallen.“ 

Da müsse man auch an die nachfolgenden Generationen denken.

Gegen Grabenkämpfe

Als weiteres Ziel seiner Arbeit bezeichnet der FDP-Kandidat die Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den Fraktionen im Rat und in dessen Gremien. 

Holzrichter stützt sein Plädoyer „gegen Grabenkämpfe“ auf „die Lüdenscheider Tradition einer breiten gesellschaftlichen Zusammenarbeit“. Man müsse „hier nicht auf Mini-Bundestag machen“. Besser sei es, sich in Sachfragen zusammenzuraufen und gemeinsam danach zu suchen, „was für die Stadt gut ist“. 

Der FDP-Kandidat ist überzeugt: „Wir leben in einer Stadt mit einer schönen Größe und guten Ausstattung. Hier sieht man noch, dass man etwas bewirken kann.“

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