Unternehmen im MK vor Pleite - Drei Monatsgehälter stehen aus

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Lüdenscheid – Für die Lüdenscheider Diko-Maschinenbau GmbH & Co. KG an der Nottebohmstraße wurde am 20. April ein vorläufiges Insolvenzverfahren beantragt. Betroffen sind laut Rechtsanwalt Thomas Neumann, der zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt wurde, insgesamt 26 Vollzeitkräfte. Sie wurden am 30. März gekündigt.

Ihr Lohn für die Monate Februar, März und April steht aus. Durch die Eröffnung des vorläufigen Insolvenzverfahrens genießen sie wenigstens den „Schutz des Insolvenzgeldes“. Ob noch Teilzeitkräfte hinzukommen, werde derzeit geprüft.

Bereits vor Eröffnung des richtigen vorläufigen Insolvenzverfahrens am 20. April hatte Rechtsanwalt Marc Herbert aus Saarbrücken ein Schutzschirmverfahren für das Unternehmen beantragt, das Thomas Müller als Sachwalter kontrollierend begleiten sollte. Hertelt hatte im Mai 2019 die Geschäftsführung bei Diko übernommen, nachdem die bisherigen Geschäftsführer fristlos entlassen worden waren.

Ziel eines Schutzschirmverfahrens ist es, ein Unternehmen in Eigenverantwortung einem Insolvenzplan zuzuführen oder das Unternehmen selbst zu sanieren. Das Vertrauen zur Eigenverwaltung, das ein solches Schutzschirmverfahren bedingt, sei jedoch „von außen in Frage gestellt worden“, erklärt Neumann. In Folge dessen folgte Anfang vergangener Woche der Schritt zum Insolvenzeröffnungsverfahren.

Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten, in die die Diko-Maschinenbau GmbH & Co. KG als Hersteller von Großmaschinen wie Fertigungsstraßen für den Bereich Automotiv geraten ist, „hat nichts mit der Corona-Krise zu tun. Im Grunde genommen sind keine Aufträge mehr vorhanden.“ 

Für den Standort Lüdenscheid, an dem im Jahr 2017 laut Jahresabschluss durchschnittlich 59 und im Folgejahr durchschnittlich 47 Arbeitnehmer beschäftigt gewesen sind, sei im Unternehmen keine Perspektive mehr gesehen worden. Nicht betroffen von der vorläufigen Insolvenz ist dagegen der Diko-Standort in Polen, der laut Unternehmen ein eigenständiger Teil der Diko-Gruppe sei. „Angeblich soll es keine gesellschaftsrechtlichen Verflechtungen geben. Es ist in der Prüfung, ob es gesellschaftsrechtliche Verflechtungen gegeben hat“, sagt Neumann.

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