3. Lüdenscheider Dialysetag im Kulturhaus

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Prof. Dr. Jan-Christoph Galle (l.) und der niedergelassene Lüdenscheider Nephrologe Dr. Christoph Mohler. ▪

LÜDENSCHEID – Auch der 3. Lüdenscheider Dialysetag, der am Samstag im Kulturhaus stattfand, sei ein voller Erfolg – so die Einschätzung von Ausrichter Prof. Dr. Jan-Christoph Galle, Direktor der Klinik für Nephrologie und Dialyseverfahren am Lüdenscheider Klinikum. „Der Zuspruch von Ärzten und Pflegekräften, die sich hier informieren können, ist groß. Und ich bin mir sicher, dass wir bei einem jährlichen Turnus der Veranstaltung bleiben können“, so Galle.

Rund 110 Fachkräfte waren zusammengekommen, um sich durch Vorträge und in Workshops auf den neuesten Stand bringen zu lassen. Eine gute Nachricht seien die Erfolge, die in den vergangenen Jahren im Bereich der Nierenlebendspenden erreicht worden seien. „Wir sind in der Lage, auch bei Blutgruppenunverträglichkeit eine Niere erfolgreich zu transplantieren. Das rettet viele Leben“, betonte Galle. Im Jahr 2000 habe die Uniklinik Freiburg dieses neue Verfahren erstmals angewandt. „Zehn Jahre später können wir bundesweit auf 115 geglückte Transplantationen stolz sein“, so der Lüdenscheider Nephrologe.

Dennoch sei das Thema Organspende auch weiterhin ein dringliches Thema. „Ich würde die Einführung des Österreicher Models ausdrücklich begrüßen. Dann wird jeder Bürger automatisch Spender, wenn er dagegen keinen Widerspruch einlegt. Diese Regelung würde vielen Menschen die Möglichkeit auf ein Leben ohne Dialyse eröffnen und Leben verlängern“, bezog Galle Stellung.

Auch den aktuellen Problemen des nephrologischen Fachbereichs räumten die Fachleute am Samstag Raum ein. „Ehec und die Folgeerkrankungen – mit diesem Themenfeld hatten wir in den letzten Wochen auch im Lüdenscheider Klinikum zu kämpfen“, erklärte Galle. Die drei Lüdenscheider Patienten seien aber „über den Berg“, wie der Nephrologe vermelden konnte: „Ernste Folgeschäden an den Nieren sehen wir auf die Betroffenen zum Glück nicht zukommen.“ Dennoch gebe es keinen Grund für Entwarnungen. „Wir müssen mit dieser Krankheit leben und damit rechnen, in den kommenden Jahren immer wieder Patienten in den Kliniken behandeln zu müssen.“

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