Denkmal "Holzumkleide": Weitere Kritik am fortschreitenden Verfall

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Als würde Gras über die Sache "Denkmalschutz" wachsen: die alte Holzumkleide an der Hotopstraße.

Lüdenscheid - Nicht nur die Nachbarn der Hotopstraße 9 sind verärgert, dass sich an der vor einem Jahr verkauften, denkmalgeschützten Holzumkleide nichts tut, was den fortschreitenden Verfall aufhalten könnte. 

Dr. Arnhild Scholten, als Vorsitzende des Geschichts- und Heimatvereins im Denkmalschutz stark engagiert, ist sauer. Für sie ist der Verfall der früheren Holzumkleide an der Hotopstraße ein Beispiel dafür, dass die städtische Auffassung in puncto Denkmalschutz seit Jahren zu wünschen übrig lässt. 

Auf Nachfrage schreibt sie: „Der Brügger Bahnhof wurde abgerissen, ohne seine Denkmalwürdigkeit zu prüfen, das Haus Wilhelmstraße 10 mit seiner alten Fassade (früheres Leffersgebäude) wurde ungeschützt an die Leffers/Sinn-AG verkauft und die Holzumkleide sollte nach städtischer Vorstellung ganz aus dem Denkmalschutz herausgenommen werden. Erst durch eine Ministerentscheidung blieb der Denkmalschutz erhalten, nicht gerade zur Freude der Stadt. Die Umkleide ist also ein ungeliebtes Kind.“

Es sei „befremdlich“, dass Gerhard Winklers „schlüssiges Nutzungskonzept“ nicht zum Zuge gekommen sei. Einblick in den Vertrag bekomme der Verein nicht, man könne die Entwicklung nur erneut im Arbeitskreis Denkmalschutz thematisieren und den Bürgermeister anschreiben.

Und: „Ich persönlich habe allerdings den Eindruck, dass die ZGW zu viel fachfremden Einfluss auf derartige Entscheidungen nimmt, die Argumente des städtischen Denkmalamtes oder des GHV ignoriert und es im politischen Raum keine engagierten Fürsprecher für Denkmalschutz gibt.“

Wie es weiter geht, ist ungewiss

Wie, wann und ob es nun weitergeht, darüber schweigt die Zentrale Gebäudewirtschaft (ZGW). Am 31. August 2017 soll der Kaufvertrag für die Umkleide unterschrieben worden sein. Als vage Nutzungsidee waren anfangs „Räume für Künstler und Freischaffende“ im Gespräch. Näheres hatte der unbekannte neue Eigentümer im September erläutern wollen, was er aber bis heute nicht öffentlich getan hat.

Andreas Beckmann (ZGW) betont auf Nachfrage, der Käufer habe eine „Frist zur Sanierung“ bekommen. Wann die ausläuft, sagt er nicht, aber sie sei „noch nicht ‘rum“. Ein Packende habe man nicht.

Genau darüber wundert sich Gerhard Winkler, der mit seinem Konzept fürs Behindertenwohnen Anfang 2017 in den Startlöchern gestanden hatte und nun längst fertig wäre. „In solche Verträge muss nicht der Beginn der Sanierung, sondern die Fertigstellung hineingeschrieben werden“, kritisiert er. Und er erinnert daran, dass im Verkaufsexposé damals nicht der Kaufpreis als entscheidend genannt worden sei, sondern die Nutzung.

Mit den Anliegern wartet er nun gespannt darauf, welche Nutzung für Stadt und Politik wünschenswerter gewesen sei als gemeinsam mit dem Busch-Wohnverbund Wohnraum für acht Menschen mit Behinderungen zu schaffen.

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