Lüdenscheider Delegation reist nach Leuven

Vor der neuen Universitätsbibliothek – Sinnbild der Zerstörung im Ersten Weltkrieg – findet die zentrale Gedenkveranstaltung statt.

Lüdenscheid/Leuven - Am Montag, 25. August,  jährt sich der Beginn der Zerstörung Leuvens zum 100. Mal. Ab Samstag bis zum 27. August finden auf dem Platz vor der wieder aufgebauten Bibliothek mehrere Gedenkkonzerte statt. An der zentralen Veranstaltung zur Erinnerung an die Zerstörung vor 100 Jahren, bei der Mozarts Requiem aufgeführt wird, nimmt auch eine Delegation aus Lüdenscheid teil.

Der historische Stadtkern der belgischen Partnerstadt Leuvens ist nach der Zerstörung wieder aufgebaut worden und präsentiert sich heute als lebhaftes Zentrum einer von Studenten geprägten Stadt. Die Universitätsbibliothek, deren vollständige Zerstörung 1914 als Inbegriff des Niedergangs der deutschen Kultur angesehen wurde, wurde an anderer Stelle neu gebaut und 1928 eingeweiht. Das repräsentative Gebäude stand 1940 – als einziges in der ansonsten unversehrten Innenstadt – erneut in Flammen und brannte aus. Diesmal war das Ereignis nicht viel mehr als eine Fußnote der Geschichte des Zweiten Weltkrieges.

Ab Samstag bis zum 27. August finden auf dem Platz vor der wieder aufgebauten Bibliothek mehrere Gedenkkonzerte statt. An der zentralen Veranstaltung nimmt am Samstag eine Delegation aus Lüdenscheid teil. Dabei sind Bürgermeister Dieter Dzewas, die Ratsmitglieder Norbert Adam (CDU) und Karin Hertes (SPD) sowie Stadtpressesprecher Wolfgang Löhn. Sie werden auch zwei Ausstellungen besuchen, die in Leuven zur Erinnerung an den Ersten Weltkrieg gezeigt werden.

Denn die Verbindung zwischen Lüdenscheid und Leuven ist eine besondere: Seit 27 Jahren sind die beiden allein schon wegen ihrer Größe ungleichen Städte in freundschaftlicher Partnerschaft verbunden, die über Jahrzehnte gewachsen ist. Sie kann durchaus als sinnbildlich für die Entwicklung angesehen werden, die Europa nach den verheerenden Weltkriegen genommen hat. Entstanden ist die Städtepartnerschaft, weil viele Angehörige der belgischen Garnison in Lüdenscheid aus Leuven und Umgebung kamen. Aus ihren Reihen wurde der Vorschlag an Leuvens damaligen Bürgermeister Vansina herangetragen. Er unterschrieb im März 1987 gemeinsam mit Lüdenscheids Bürgermeister Jürgen Dietrich die Partnerschaftsurkunde. Die Gedenktafel am ehemaligen Kasernenstandort am Buckesfeld wird immer wieder zitiert, um zu beschreiben, wie sich die Partnerschaft entwickelt hat: „Sie kamen als Besatzungstruppen, wurden zu Nato-Partnern und schieden als Freunde.“

Zur Eröffnung der Ausstellung „Die Unschuld verloren“ in den Lüdenscheider Museen am 20. September wird eine Delegation aus Leuven, angeführt von Bürgermeister Louis Tobback erwartet. Marika Ceunen, Leiterin des Stadtarchivs Leuven, wird in die Ausstellung einführen. Ebenfalls erwartet werden die Beigeordneten Dieke Verlinden und Dirk Vansina, Sohn des ehemaligen Bürgermeisters und Beauftragter für die Gedenkveranstaltungen in Leuven. - gör

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare