Lüdenscheider decken sich mit Streusalz ein

Privatleute sorgen im Moment für einen Boom beim Streusalzverkauf. Jede Lieferung ist schnell vergriffen.

LÜDENSCHEID ▪ Wer irgendwo noch einen Sack Streusalz findet, sollte sofort zugreifen: Das Gut wird gerade wieder knapp. Im Obi-Baumarkt waren 15 Paletten à 40 Säcke innerhalb von vier Stunden leergeräumt.

„Selbst die Zehn-Kilo-Säcke sind weg, und die gehen nur, wenn sonst nichts mehr da ist“, weiß der stellvertretende Marktleiter Michael Mauß. „Es ist verrückt, Wahnsinn.“ Nun wartet man täglich auf neue Lieferungen, aber mit wenig Aussicht auf Erfolg: „Die Städte haben viel abgegriffen.“ Frank Wiemer, Einsatzleiter beim STL, hat tatsächlich „eine volle Halle“, aus der er aber natürlich kein loses Salz an Privatleute verkauft. Die müssen sich mit abgepackten Kleinmengen begnügen, die es zumindest gestern noch vereinzelt am Fuhrpark gab. Der Salzmangel liege auch daran, dass die Bevorratung überall hochgefahren worden sei, so Wiemer. Mittlerweile werde Streusalz aus Marokko, Italien und sogar Chile geliefert, um den Bedarf zu decken. Man habe rechtzeitig nachbestellt und jetzt rund 800 Tonnen Vorrat: „Bei mir sieht’s gut aus.“ Das kann sich schnell ändern, schließlich kommen „bei richtigem Wetter“ rund 100 Tonnen pro Einsatz auf die Straße.

Es kommt auch nicht alles an, was geordert wurde. Drei Lastzüge erwartet, einer eingetroffen: So sah’s in dieser Woche bei der Raiffeisen Warengenossenschaft in der Dönne aus. Nach der letzten Lieferung – 25 Tonnen in 50-Kilo-Säcken – war „innerhalb von einer Stunde alles blank“. Salz ist derzeit ein Selbstläufer. Irgendwie, so wundern sich die Verkäufer längst nicht mehr über den gezielten Ansturm, spreche sich eine Lieferung offensichtlich sofort herum.

Von den 23 Paletten, die erst am Donnerstag beim Hellweg-Baumarkt abgeladen worden sind, waren gestern noch zwei Paletten mit je 50 25-Kilo-Säcken übrig. „Auch an Räumgeräten kann die Industrie nichts mehr liefern“, sagt der stellvertretende Marktleiter Martin Barthel. Schaufeln, Schneefräsen – alles ausverkauft.

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