Dzewas verteidigt Denkfabrik gegen harte Kritik

+
Wehrt sich gegen die erneuten Vorwürfe: des BdSt: Dieter Dzewas.

LÜDENSCHEID - Sichtlich genervt vom wiederholten Vorwurf drohender Verschwendung öffentlicher Gelder beim Phänomenta-Ausbau im „Schwarzbuch“ 2012 des BdSt hat Bürgermeister Dieter Dzewas in einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz reagiert.

„Ich bin selbst Steuerzahler, aber ich kann mich nicht erinnern, dem Bund der Steuerzahler ein Mandat erteilt zu haben“, so Dzewas. Am Mittwochmorgen hatte der Bund der Steuerzahler den Vorwurf erneuert, dass die Stadt bei der Phänomenta-Erweiterung ein zu hohes Risiko eingehe (dazu Bericht unten).

Lesen Sie auch:

Steuerzahlerbund prangert Phänomenta-Ausbau an

„Sowohl ich selbst als auch meine beteiligten Bürgermeisterkollegen wissen sehr genau, dass sie mit dem Geld der Bürger mindestens so sorgfältig umzugehen haben wie mit eigenem“, wies Dzewas Belehrungen dieser Art zurück. Weder an den Vorhaltungen des Verbandes, diesmal vorgebracht bei der Vorstellung des Schwarzbuches auf der Landespressekonferenz in Düsseldorf, noch an den Gegenargumenten der Stadt habe sich in den letzten Monaten etwas geändert, stellte Dzewas eingangs fest.

Zu den Risiken sagte der Bürgermeister: „Jede Strukturförderung ist eine Initialzündung, die etwas auslösen soll. Von daher gibt es immer Unwägbarkeiten – in unserem Fall könnten etwa Bauverzögerungen durch harte Winter eintreten. Aber wer aus diesem Grund eine solche Chance liegen lässt, der packt besser gar nichts mehr an.“

Alle Maßnahmen, die bis Ende 2015 nicht erledigt sind, müsste bekanntlich die Stadt bezahlen – „in der Theorie“, ergänzte die städtische Projektgruppen-Leiterin Pina Giordano. Tatsächlich aber würde man bei witterungsbedingten Verzögerungen nicht abwarten, sondern sich sofort an die Bezirksregierung Arnsberg wenden, die hinter dem Ausbau stehe.

Dzewas erinnerte zudem daran, dass der Ausbau des Science-Centers und das geplante Technikzentrum von vielen erfolgreichen Unternehmen aus Lüdenscheid und der Region Südwestfalen mitgetragen werde. Schon heute werde die Phänomenta von Unternehmerpersönlichkeiten wie Dr. Walter Hueck und Helmut Kostal auch wirtschaftlich erfolgreich geführt. Beim Ausbau gehe es auch nicht in erster Linie um den Pendelturm: „Sondern um ein Konzept, um dringend benötigten technischen Nachwuchs zu gewinnen.“ Lüdenscheid profitiere als Standort davon auch ganz direkt, weil die Stadt EU- und Landesmittel in ihr neues Stadtumbaugebiet investieren könne.

Um Risiken zu minimieren, die neben Verzögerungen auch in Insolvenzen beteiligter Bauunternehmen oder gar der Phänomenta-Trägergesellschaft liegen könnten, habe die Stadt zusätzliches Personal eingestellt oder eingesetzt. Dass gerade dies vom BdSt kritisiert werde, sei umso unverständlicher. - hgm

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare