Der Tag der Traurigkeit

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Ganz ohne Uniformen: Auch an der Gedenkstätte Hühnersiepen legten Bürger und Vertreter der Stadt gestern Kränze nieder.

Lüdenscheid - Grau verhangen spannte sich der Himmel über dem Ehrenmal an der Parkstraße. Und auch die Stimmung an der Gedenkstätte war gedrückt-nachdenklich. Das lag in der Natur der Sache. Denn der Versammlungsort mit Panoramablick über die Stadt war am Sonntag wieder Schauplatz der zentralen Lüdenscheider Veranstaltung anlässlich des Volkstrauertags.

Uniformierte Menschen, ernste Musik und Schwermut prägten dabei das Bild des traditionellen Treffens. Das lief weitgehend in den gewohnten Bahnen ab. Diakon Erhard Knabe erinnerte bei seiner Ansprache an die Opfer von Kriegen und anderen Gewaltausbrüchen in der Welt. Dazu kamen Kranzniederlegungen durch Vertreter der Stadt sowie durch Abgesandte von Soldatenverbänden und des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge.

Den musikalischen Part an diesem Vormittag übernahmen der Männergesangverein Union Oberrahmede und die CVJM-Blechbläser.

Neben Repräsentanten von Schützen- und Reservistenvereinen bildeten vor allem ältere Bürger das Publikum bei der Zusammenkunft. Eine von den Organisatoren oft angemahnte Verjüngung des Treffens war erneut in keiner Weise erkennbar. Präsenz zeigten indes wieder Akteure der Lüdenscheider Friedensgruppe. Sie sehen das Ehrenmal kritisch und bringen immer wieder alternative Standorte für die Feierstunde ins Gespräch.

Unmilitärisch ging es dagegen bei den Gedenkfeiern auf dem Waldfriedhof Loh und in Hühnersiepen zu, wo Bürgermeister Dieter Dzewas und sein Stellvertreter Björn Weiß ebenfalls Kränze niederlegten. In Hühnersiepen sind bekanntlich russische Zwangsarbeiter aus dem ehemaligen Lager Hunswinkel beigesetzt.

Auch gab es am Sonntag Gedenkveranstaltungen in Brüninghausen sowie in Brügge: Am Gedenkstein an der Volmestraße trafen sich traditionell Feuerwehrleute, DRK-Helfer, Schützen und Anwohner. Der Evangelische Posaunenchor Brügge und der gemischte Chor Wesselberg spielten und sangen anlässlich des Volkstrauertages einige Klassiker. Die stellvertretende Bürgermeisterin Tanja Tschöke und Fachbereichsleiter Hermann Scharwächter legten den Kranz am Gedenkstein nieder. Die Politikerin rief die Lüdenscheider dazu auf, Menschen aus anderen Ländern offen, neugierig und wertschätzend gegenüber zu treten. Denn angesichts der herrschenden Kriege, kämen in Zukunft immer wieder Menschen in Not in die Bergstadt. „Und die wollen wir dann herzlich willkommen heißen.“

Von Sebastian Schmidt und Lisa Weber

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