Neue Herausforderung für Schauspieler 

Lüdenscheider Björn Meyer spielt bei den Salzburger Festspielen im "Jedermann" mit

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Björn Meyer in Salzburg.

Lüdenscheid/Salzburg – Der „Jedermann“ gehört zu Salzburg wie Mozart – Seit fast 100 Jahren wird das Stück Jahr für Jahr bei den Festspielen aufgeführt. In diesem Jahr gehört erstmals ein Schauspieler aus Lüdenscheid zum Ensemble: Björn Meyer hat die Rolle des Dicken Vetters übernommen. Schauspieldirektorin Bettina Hering hatte dafür bei ihm angefragt.

Nun wirkt Meyer in dieser Saison bei insgesamt 15 Aufführungen vor jeweils 2500 Zuschauern mit – je nach Wetterlage auf dem Domplatz, den er als „magischen Ort“ bezeichnet, oder im großen Festspielhaus. Vorstellungen, bei denen plötzlicher Regen einsetzt, werden unterbrochen und ins Festspielhaus verlegt. „Damit ist jedes Mal eine organisatorische Meisterleistung für alle Beteiligten verbunden“, berichtet Björn Meyer, dem es sichtlich Spaß macht, die Rolle des Dicken Vetters in Hugo von Hofmannsthals „Spiel vom Sterben des reichen Mannes“ mit Leben zu füllen.

Mit Tino Hillebrand vom Wiener Burgtheater, der den Dünnen Vetter mimt, hat er sich direkt gut verstanden. Er ist wie er selbst Debütant bei den Salzburger Festspielen, und gemeinsam halten sie in dem Stück „Jedermann“ die Treue, während andere Weggefährten sich angesichts des drohenden Todes aus dem Staub machen. Davon, dass in ihren Rollen auch der Humor nicht zu kurz kommt, überzeugten sich auch einige Lüdenscheider, die das Glück gehabt hatten, die begehrten Eintrittskarten zu ergattern.

Das Miteinander in dem Salzburger Ensemble, das Meyer als „bunten Haufen“ von Akteuren verschiedener Generationen und aus unterschiedlichen Theatern in Österreich und in Deutschland bezeichnet, sei sehr gut. Wenn die Schauspieler, zu denen Tobias Moretti (als Jedermann), Gregor Bloéb (als rot glühender Teufel), Valery Tscheplanowa (als sich zu Jedermann bekennende Buhlschaft), Peter Lohmeyer (als Tod und Stimme des Herrn), Marvie Hörbiger (als Werke) und Falk Rockstroh (als Glaube) gehören, von den Anstrengungen des Theaters etwas Abstand nehmen wollen, kommen sie im Restaurant „Triangel“ zusammen, das sogar nach ihnen benannte Gerichte serviert.

Zurzeit kann Björn Meyer sich ganz auf seine Auftritte in Salzburg konzentrieren. Im Thalia-Theater, zu dessen festen Ensemble-Mitgliedern er seit der Spielzeit 2016/17 gehört, ist Sommerpause. In Hamburg ist er unter anderem als Amor in „Orpheus“, in Tracy Letts‘ „Eine Familie“, in Peter Handkes „Die Stunde, da wir nichts voneinander wussten“ und als Kutscher in der Utopie „Dritte Republik“ (von Thomas Köck) zu sehen.

In Lüdenscheid hat der inzwischen 30-jährige schon als Fünfjähriger auf der Bühne gestanden – bei den „Bühnenmäusen“ des CVJM. Nach dem Abitur am Geschwister-Scholl-Gymnasium (2009), in dessen Theater-AG er ebenfalls aktiv war, absolvierte Meyer seine Schauspielausbildung. 

Zu seiner Theaterarbeit kamen ab 2014 Film- und Fernsehproduktionen hinzu. Für seine Leistung als „Tatortreiniger“ (Folge Pfirsich Melba) wurde er mit dem Preis der Deutschen Akademie für Fernsehen ausgezeichnet. Er war in verschiedenen „Tatort“-Folgen zu sehen und hatte erst im März dieses Jahres mit dem Münster-Tatort „Spieglein, Spieglein“ eine größere Rolle vor 15 Millionen Zuschauern.

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