Bundesweite Aktion

"Alarmstufe Rot" bei den Veranstaltern

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Die Phänomenta im Rotlicht - diesmal stand die Farbe für den drohenden Untergang einer ganzen Branche.

Lüdenscheid – 9000 Gebäude in 1500 Städten – in der Nacht zu Dienstag sah die Republik rot. Auch in Lüdenscheid hinterließ die „Night of Light“ der Veranstaltungsbranche Spuren. „Alarmstufe rot“ hieß es an der Phänomenta, an der Schützenhalle am Loh und an der Lösenbacher Landstraße, an der die Veranstaltungstechniker von Sound of Centuries betriebstechnisch zuhause sind.

Mit ihrem mehr als 150 Gewerken und Disziplinen rangiert die Branche hinsichtlich Beschäftigungszahlen und Umsatz unter den Top-3-Branchen in Deutschland. Der Veranstaltungsbereich gehört zu den am stärksten von der Corona-Pandemie betroffenen Branchen. Die bundesweite Aktion „Night of Light 2020“ machte auf die prekäre Lage aufmerksam.

Die Farbe Rot signalisierte, dass die Veranstaltungsbranche auf der „Roten Liste“ steht und akut in ihrem Fortbestand bedroht ist, aber auch die Leidenschaft aller Beteiligten für ihren Beruf. Die Mitarbeiter von Sound of Centuries um Firmeninhaber Nicolas Leitgeb hatten sich neben der feuerroten Illumination ihres Firmengebäudes auch noch etwas anderes einfallen lassen. 

So stellten sie vor Ort eine kleine Bühne auf, auf der sich die Musiker der Band Quattro Amici Musicanti platzierten. Sie alle verbargen ihre Gesichter hinter Masken aus der spanischen Erfolgsserie „Haus des Geldes“, schwiegen und posierten eine Zeitlang im feuerroten Rampenlicht. Ursprünglich wollte man das Partisanenlied „Bella Ciao“ anstimmen, doch die bundesweiten Veranstalter hatten darum gebeten, die Aktion völlig still durchzuführen – ein warnender Hinweis darauf, dass bald für immer Friedhofsruhe einkehren könnte auf dem Veranstaltungssektor.

Mit "Night of Light" ein Zeichen setzen

„Eine Gesellschaft ohne Events, Kunst, Kultur, Partys, Konzerte, Messen, Festivals, Firmenfeste, Abschlussbälle, Public Viewing und ohne viele weitere Veranstaltungen ist keine Gesellschaft. Die Corona-Maßnahmen haben uns fast 100 Prozent unserer Aufträge gekostet und uns in große Nöte, Zukunfts- und Existenzängste getrieben. Wir möchten aufzeigen, was mit unserer Branche passiert und um wie viele Existenzen es tatsächlich geht“, sagt der Veranstalter Christoph Schmalenbach über die Teilnahme an der Aktion. Sein Unternehmen ließ die Schützenhalle am Loh beleuchten: „Vielen Dank an die Betreiber, die keine Sekunde gezögert haben, als wir sie gefragt haben!“

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