Fast 100-prozentige Zustimmung bei Vollversammlung der SPD

Jetzt auch offiziell: Wagemeyer will Bürgermeister werden

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Kandidaten unter sich: Der designierte SPD-Landratskandidat Volker Schmidt (links) zählte zu den ersten, die Sebastian Wagemeyer gratulierten.

Lüdenscheid – Von Krisenstimmung bei der SPD war gestern Abend zumindest in Lüdenscheid nichts zu merken: Mit großer Mehrheit stellten sich die Parteimitglieder im Kulturhaus hinter Sebastian Wagemeyer als Kandidaten für die Bürgermeisterwahl 2020. 97 von 101 abgegebenen gültigen Stimmen der 102 Stimmberechtigten entfielen auf den Schulleiter des Zeppelin-Gymnasiums als Kandidaten für die Nachfolge von Dieter Dzewas. Es gab nur eine Gegenstimme und drei Enthaltungen. Erstmals hatte die SPD ihren Bürgermeister-Kandidaten bei einer Vollversammlung zur Wahl gestellt – und erfuhr eine weit größere Resonanz als erwartet. Rund 200 Leute, nur knapp die Hälfte davon Parteimitglieder aus Lüdenscheid, wollten hören, was Sebastian Wagemeyer zu sagen hatte, bevor es an die Abstimmung ging. Dieser lieferte in seiner Vorstellungsrede einen Überblick über die Themen, mit denen er mit der SPD in den Wahlkampf ziehen will und die er im Falle des Wahlerfolgs ins Rathaus tragen möchte. „Leben, Lernen, Arbeiten“ seien die zentralen Punkte. Lüdenscheid als attraktiven Wohn- und Wirtschaftsstandort zu erhalten beziehungsweise zu entwickeln – und das in Einklang mit dem Klimaschutz – nannte der Kandidat als Aufgabe für die Zukunft. „Bezahlbaren und guten Wohnraum“ für Menschen in jeder Lebensphase zu schaffen, „bezahlbare und qualitativ hochwertige Kita-Plätze“ zu bieten und Wirtschaftsförderung um drohenden Strukturwandel zu begegnen, waren dabei Themen, auf die Wagemeyer einging. Explizit nannte er die Kultur als weiteren Schwerpunkt, „gerade im kulturellen Bereich haben wir Luft nach oben.“ Er erklärte, dass Kultur in Lüdenscheid „Chefsache“ werden müsse. Ein Zukunftsprogramm für die Stadt will die SPD gemeinsam mit den Bürgern entwickeln. Eine erste Umfrage unter dem Titel „Echt Lüdenscheid“ ist bereits auf der Internetseite der Partei gelaufen. Der amtierende Bürgermeister Dieter Dzewas sagte, er freue sich, den Staffelstab – zunächst des Kandidaten – an Wagemeyer weiterzugeben. SPD-Stadtverbandsvorsitzender Fabian Ferber warf einen Blick auf das „katastrophale“ Ergebnis der Landtagswahl in Thüringen. Dass gerade junge Wähler dort in großer Zahl AFD gewählt haben, müsse ein Warnsignal für alle demokratischen Parteien – auch in Lüdenscheid sein – sich zusammenzutun, um sich für die Einhaltung der Grundrechte einzusetzen. Mit Live-Musik vom Duo Handgepäck, Pizza aus der Hand und Aufbruchstimmung feierten die Lüdenscheider Sozialdemokraten schließlich ihren Bürgermeisterkandidaten. Dr. Arnhild Scholten meinte dazu: „So eine tolle Stimmung bei einer Parteiveranstaltung habe ich zuletzt erlebt, als ich Juso-Vorsitzende war.“

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