Die Lüdenscheider Bäume sind total gestresst

Sie sieht schlecht aus: Diese Buche im Spielwigger-Wald ist von der Buchenkomplexkrankheit betroffen. ▪ Weber

LÜDENSCHEID ▪ Dem Wald geht’s zurzeit schlecht. Er steht unter Stress. Und das sieht man. Laut des aktuellen Waldzustandsberichts waren die Bäume in Nordhrein-Westfalen nämlich seit 27 Jahren nicht so krank wie 2011. Lüdenscheids Förster Marcus Teuber hat aber noch Hoffnung für die heimischen „Patienten“.

„Ich kann die Ergebnisse des Berichts nachvollziehen, würde sie aber nicht komplett auf den Lüdenscheider Wald übertragen“, sagt er. Klar, rein optisch sieht das Laub- und Nadelholz zurzeit wirklich nicht gut aus. Aber: Marcus Teuber sagt, dass die schlechten Zahlen nicht unbedingt einen dramatischen, gesundheitlichen Verfall bedeuten. Es sei vielmehr das Klima, das dem Wald in diesem Jahr so zugesetzt hat. Und zwar richtig: Der harte Winter, der trockene Frühling und dann der nasse Sommer – das war zuviel.

„Die Bäume standen unter Stress und haben extrem viele Samen produziert. So reagieren sie in einer Notsituation“, sagt Teuber. Das sieht man besonders gut im Nadelwald am Waldweg in Pöppelsheim: Die Fichten dort haben sehr wenig Nadeln, dafür hängen sie aber noch voll mit Zapfen. Der Experte entwarnt: „Die meisten Schäden sind umkehrbar. Es kann also gut sein, dass sich das wieder bessert.“

Das heißt: Wenn die Wetterbedingungen im kommenden Jahr stimmen, stecken die Bäume ihre Energie dann wieder mehr ins Ausweiten, als in die Samenproduktion. Und dann könnte der Bericht schon wieder positiver ausfallen. Die tatsächlichen Konsequenzen seien eh erst in einigen Jahren oder gar Jahrzehnten erkennbar.

Dennoch: Ein paar „Patienten“ bereiten dem Lüdenscheider Förster schon jetzt Sorgen: „Es war kein Superjahr für die Eiche“, sagt er. Sie habe weniger Belaubung als sonst – es lasse sich aber noch verkraften. Probleme hätten in Lüdenscheid auch definitiv die Buchen – die Bäume haben durch viele unterschiedliche Faktoren Schäden erlitten: Frost, Wassermangel, Nebel oder Pilzsporen. Im Waldgebiet bei Spielwigge sind einige Exemplare von der sogenannten Buchenkomplexkrankheit betroffen – manche müssen daher nächstes Jahr gefällt werden. ▪ Lisa Weber

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