Awo-Kitas werden Familienzentrum

Awo-Kitas werden Familienzentrum

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In Lüdenscheid entsteht das erste Familienzentrum im Verbund.

Lüdenscheid - Die Kindergärten der Arbeiterwohlfahrt an der Kluse und am Duisbergweg sollen zum neuen Kindergartenjahr Familienzentren werden. Erstmalig in Lüdenscheid würden damit zwei Einrichtungen im Verbund zum Familienzentrum.

Die Entscheidung über das Vorhaben fällt am kommenden Dienstag im Jugendhilfeausschuss (17 Uhr, Ratssaal, öffentlich).

Sinn der Familienzentren, von denen in Lüdenscheid bislang neun arbeiten, ist die Beratung und Unterstützung von Familien, auch wenn die Kinder nicht unbedingt die entsprechende Tageseinrichtung besuchen. Familienzentren sollen die Erziehungskompetenz der Eltern stärken sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern. Sie sind das Zentrum eines Netzwerks verschiedener familien- und kinderunterstützender Angebote.

Ein jährlicher Zuschuss von 13 000 Euro für den Mehraufwand

Der erhebliche Mehraufwand, der mit der Errichtung von Familienzentren verbunden ist, ist mit einem jährlichen Zuschuss von 13 000 Euro verbunden. In sozialen Brennpunkten wird er um weitere 1000 Euro aufgestockt. Ebenfalls interessiert waren die städtische Kindertagesstätte Oeneking und die katholische Einrichtung St. Rita am Schättekopf. Am Ende der Ausbauplanung sollen in Lüdenscheid 13 Familienzentren arbeiten, je drei in evangelischer, katholischer und städtischer Trägerschaft und vier in freier.

Erstes Lüdenscheider Familienzentrum als Modellprojekt war der Kindergarten am Hebberg. Inzwischen sind vom Dickenberg bis Hellersen, am Vogelberg und am Wehberg die Zentren in Betrieb, die sich nach einigen Jahren neu zertifizieren müssen, um weiter die Zuwendung durch das Land zu erhalten.

Im Bereich Tinsberg/Kluse Handlungsbedarf aus mehreren Gründen

Aus Sicht der Jugendplaner im Rathaus besteht im Bereich Tinsberg/Kluse, sozialräumlich der Bezirk 4 der Stadt, Handlungsbedarf aus verschiedenen Gründen. Bislang gibt es dort kein Familienzentrum und die Einwohnerdichte wächst.

7400 Menschen leben in diesem Bereich, davon 51,5 Prozent Ausländer oder Doppelstaatler. Noch höher ist der Anteil bei den Kindern. Am Duisbergweg haben 80 Prozent einen Migrationshintergrund. Ähnlich ist das Einzugsgebiet an der Kluse strukturiert. Schwerpunkt der Arbeit werde demnach die Sprachförderung sein, heißt es in der Vorlage.

Ein „buntes vitales Quartier“ mit dem jüngsten Altersdurchschnitt in Lüdenscheid“ seien die Stadtteile, so die Anayse weiter. Doch ebenso bescheinigt werden dem Bezirk „gestalterische Mängel im öffentlichen Raum“, ein „sichtbarer Trading-down-Effekt“ und eine hohe städtebauliche Dichte“. - flo

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