Lüdenscheider Architekt wirbt für neue Heiztechnik

Niedrigere Kosten, mehr Wohlbefinden: Die Heizung in der Hauswand bietet laut dem Lüdenscheider Architekten Wolfram Spehr viele Vorteile.

LÜDENSCHEID - Heizkosten senken, den Wohlfühlfaktor heben, Baukosten sparen und dabei gesünder leben – und das alles dank einer anderen Heizung? „Ja, das geht“, sagt der Lüdenscheider Architekt Wolfram Spehr. Der 49-Jährige setzt sich dafür ein, die Wände eines Hauses zu beheizen, statt sie mit Dämmstoffen und Mehrfachverglasung abzuschotten, um die „heiße Luft“ so lange wie möglich drinnen zu halten. In aktuellen Ausgaben der Eigentümer-Zeitungen des Verbandes Haus & Grund stellte der Lüdenscheider bundesweit jetzt die Vorteile der Wandheizung vor, deren Wärme wie ein Sonnenstrahl auf den Körper trifft.

Der Wandflächen-Temperierung, kurz WFT, gehört laut Spehr die Zukunft, während die heute fast überall eingebauten Heizkörper aus seiner Sicht Dinosaurier sind, die indes noch die ganze Erde bevölkern. Auch die WFT sei nicht ganz neu, schmunzelt er: „Schon die alten Römer haben ihre Thermen so beheizt – ganz modern also.“

WFT sei kein eigens entwickeltes System, auch wenn sein Berliner Kollege und Kooperationspartner Christoph Schwan gerade ein Patent auf eine „Thermosfassade“  angemeldet habe, deren massive Außenwände die Wärme des Tages wie eine Batterie speichert, um sie dann wieder abzugeben. „Das Kürzel WFT steht vielmehr für die Idee, mit handelsüblichen Rohren ohne großen Aufwand gesünder und billiger zu heizen.“

Das Prinzip klingt einfach: Man nehme mit Kunststoff ummantelte Kupferrohre und lege sie in den Innenputz einer zweischaligen Außenwand oder unter Rigips. Das koste nicht mehr als eine herkömmliche Heizung, doch das Resultat sei Strahlungswärme, die nicht die Luft erwärmt, sondern die Körper im Raum, auch die der Besitzer. Die könnten zum Lüften dann die Fenster aufreißen, ohne zu bibbern: „Das ist, als läge man in der Wintersonne – auch da wird einem warm.“

Die Heizung im Keller kann laut Spehr heruntergedreht werden, denn Vor- und Rücklauftemperatur lägen bei höchstens 40 Grad. Schimmel durch Feuchtigkeit sei praktisch ausgeschlossen, und Hausstaub werde nicht länger durch Luftströmungen aufgewirbelt, was für Allergiker wichtig sei. Das erschien dem Gütersloher Hautarzt und Allergologen Prof. Dr. Bodo Melnik nach einem Gespräch mit Spehr so einleuchtend, dass er im Januar „kontrollierte Studien des Einflusses dieser Beheiungssysteme auf den Verlauf allergologischer Erkrankungen“ empfahl.

Wolfram Spehr ist klar, dass er dennoch zu den in der Fachwelt keineswegs unumstrittenen Pionieren der neuen Heiztechnik zählt. „Die muss angeschoben werden“, und das versuche er. Auf die Artikel in den Heften für Häuslebauer hätten sich rund 30 Interessenten gemeldet.

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