Einbruch geht schief

Er fuhr das Fluchtauto: Polizei fasst Mann - Herzinfarkt

+
Symbolbild

Lüdenscheid - Zwei Lüdenscheider haben einem bislang unbekannten Mann bei einem Wohnungseinbruch geholfen. Sie kommen mit Bewährungsstrafen davon.

Die Identität des Haupttäters ist laut Amtsrichter Thomas Kabus „nur schemenhaft bekannt“ – vermutlich ein Mann aus Düsseldorf. 

Aber die beiden Lüdenscheider, die ihm Ende November bei einem Einbruch in Gevelndorf geholfen haben, die schnappte die Polizei noch am Tatabend. Ein Zeuge brachte die Beamten auf die richtige Fährte. 

Die Angeklagten, ein Rentner (64) und ein Arbeitsloser (50), kennen ihren Komplizen angeblich nicht. Wie sie sich trotzdem getroffen und zu dem Einbruch verabredet haben, bleibt im Dunkeln. Wie gut die Männer sich wirklich kannten, „sei dahingestellt“, sagt Richter Kabus.

Das Verbrechen

Klar ist, dass das Trio vor einem Haus am Kettenberg Halt machte. Der Düsseldorfer knackte demnach ein Fenster auf – und verschwand mit Beute im Gesamtwert von 2000 bis 3000 Euro: Schmuck, Handtaschen, Kopfhörer, Armbanduhren. 

Die 22-jährige Mieterin sagt im Zeugenstand: „Am Anfang war es echt hart, ich konnte gar nicht mehr gut schlafen.“ Richter Kabus hat Verständnis. „Der Gesetzgeber hat den Wohnungseinbruchsdiebstahl völlig zu Recht als Verbrechen eingestuft.“

Die Absprache

Die Strafverteidiger, Dirk Löber und Frank Peter Rüggeberg, bitten das Schöffengericht und die Staatsanwältin um ein Verständigungsgespräch. Die Absprache hinter verschlossenen Türen zahlt sich für die beiden Lüdenscheider aus. 

Danach würdigt das Gericht die Tat der Angeklagten nur noch als Beihilfe zum Einbruch – und stellt eine Bewährungsstrafe von maximal acht Monaten in Aussicht. 

Die gewünschte Wirkung lässt nicht auf sich warten. Die Rechtsanwälte geben ihre Verteidigererklärung mit vollen Geständnissen ihrer Mandanten ab. Angaben über die Identität des Mannes aus Düsseldorf sind darin jedoch nicht enthalten. 

Das Vorgehen war nach den Worten der Angeklagten klassisch arbeitsteilig. Der Düsseldorfer begeht den Einbruch, der 50-Jährige steht in der Nähe Schmiere, der Rentner wartet im Fluchtwagen. Als die Polizei nach dem Anruf des Nachbarn eintrifft, ist der Haupttäter verschwunden. 

Seine beiden Helfer werden in der Nähe des Tatortes vorläufig festgenommen. Die Vernehmung der Beschuldigten auf der Polizeiwache endet für den 64-Jährigen dramatisch. 

Er hatte nie was mit der Justiz zu tun, ist aufgeregt – und erleidet einen Herzinfarkt. Kurze Zeit später wird er laut Verteidiger Rüggeberg frühberentet.

Das Urteil

Das Schöffengericht hält sich an die Absprache. Die beiden Männer werden zu jeweils acht Monaten mit Bewährung verurteilt. 

Außerdem müssen sie Sozialstunden ableisten, 75 der eine, 50 der kranke Rentner.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare