Keine Vertragsverlängerung

Aus für das Altstadtbüro - wie es jetzt weitergeht

+

Lüdenscheid - Die Tage des Altstadtbüros sind gezählt: Es sei dem Büro nicht gelungen, Fuß zu fassen und Vertrauen zu gewinnen. Deshalb wird der Vertrag nach drei Jahren nicht für die zweite Halbzeit verlängert. So geht es nun weiter.

In dieser Woche hat der Rat unterschrieben, was Innenstädter schon lange forderten: Die Tage des Altstadtbüros sind gezählt. Der Vertrag soll nach drei Jahren nicht für die zweite Halbzeit verlängert werden. Das teilte Martin Bärwolf, Fachbereichsleiter Planen und Bauen, mit. „Dem Büro haben wir’s bereits gesagt“, betonte er: „Das ist eine Stilfrage.“

Zum Ende des Jahres endet dann die Arbeit des von der Stern-GmbH – NRW besetzten Büros, die am 1. November 2016 begonnen hat. Der Vertrag mit dem Altstadtbüro hatte eine Laufzeit von sechs Jahren, bis zum geplanten Abschluss des Altstadtumbaus.

Doch es gibt eine Ausstiegsoption, die die Stadt nun nutzt, „weil nicht alles so rund lief“. Entscheidungsgrundlage sei eine Umfrage unter den Akteuren der Altstadt gewesen, so Bärwolf. Man habe wissen wollen, wie gut verzahnt das Büro mittlerweile sei.

Bärwolf: „Die Resonanz war sehr negativ. Es ist diesem Büro offensichtlich nicht gelungen, da Fuß zu fassen und Vertrauen zu gewinnen. Es ist ihm nicht gelungen, die Akteure zu überzeugen.“ In der Konsequenz betritt die Stadt mit der Entscheidung nun weitgehend Neuland. Denn es gilt nicht nur, ein neues Büro zu finden.

Zugleich möchte die Stadt eine starke lokale Kraft installieren, um den Altstadtumbau möglichst effektiv stemmen zu können. Ende Juni hatte man diese Möglichkeit auf einem Treffen zur „Organisation des Umbauprozesses in der Wilhelmstraße“ für Gewerbetreibende und Eigentümer bereits kurz vorgestellt.

„Ziel ist, dass sich die Händler organisieren“, hatte Christian Vöcks, Fachdienstleiter Stadtplanung und Geoinformation, dabei betont: „Wir können ja nicht mit 50 einzelnen Leuten sprechen.“ Daher biete es sich an, vorhandene Strukturen mit zu nutzen – wie den Verein Wirtschaftsförderung Kreisstadt Lüdenscheid (WKL), den es seit Jahrzehnten gibt.

Dieser „Strang“ könnte künftig eine Moderatorfunktion übernehmen, stellt sich Christian Vöcks vor –„ein zentraler Ansprechpartner für Sie und uns.“ Ein neues Altstadtbüro mit abgespeckten Zuständigkeiten würde es nach erfolgreicher europaweiter Ausschreibung ebenfalls wieder geben.

WKL-Vorsitzende Christel Gabler und der engagierte Innenstadt-Händler Björn Jäger trauen ihrem Verein zu, die Federführung bei ausgewählten Themen wie Standortmarketing, Baustellenbegleitung und Leerstandsmanagement zu übernehmen.

Beide warben an dem Abend direkt um neue Mitglieder. Christel Gabler: „Die Telefonnummer unserer Geschäftsstelle lautet 9 74 69 23.“ Die neu zu übertragenden Aufgaben könnte der Verein allerdings nicht aus Bordmitteln erledigen; ein Profi müsste her, finanziert aus Fördermitteln, die bislang ausschließlich ins Altstadtbüro geflossen sind.

Eine solche Zweiteilung ist in den Förderrichtlinien, die die Einrichtung eines Umbaubegleit-Büros fordern, jedoch nicht vorgesehen. „Was schreibt man denn jetzt genau aus?“ lautet also eine der Fragen, mit denen sich die Verwaltung in den nächsten Wochen beschäftigen muss.

Eine einzige Stadt habe eine solche Konstruktion bislang ausprobiert, weiß Bärwolf. Nun will es Lüdenscheid auch wissen – unter Zeitdruck, aber entschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare