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Es ist ein Wolf: Landesamt bestätigt Verdacht in Lüdenscheid

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Von: Olaf Moos

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Nun ist es Gewissheit: In Lüdenscheid gibt es einen Wolf. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) hat das bestätigt.

Lüdenscheid - In einer Mitteilung des Lanuv heißt es unter anderem: „Anhand genetischer Proben konnte das Senckenberg Forschungsinstitut in Gelnhausen einen Wolf als Verursacher nachweisen. Weitere Untersuchungen zur Identität des Wolfs und seiner Herkunft sind in Bearbeitung. Der Schafhalter wurde informiert, dass er eine Entschädigung beantragen kann.“

Lüdenscheid ist Wolfsgebiet: Hobby-Landwirt „wenig überrascht“

Karsten Pieper, der seinen Hof nebenberuflich betreibt und die Shropshire-Schafe für die Pflege seiner Weihnachtsbaum-Schonung hält, ist von der Wolfsnachricht wenig überrascht. „Ich war fest davon ausgegangen, dass es Wölfe waren“, erklärt er gegenüber unserer Zeitung.

Als er vor zwei Wochen nachmittags auf die Weide kam, um nach seinen Tieren zu sehen, stieß er auf ein regelrechtes Blutbad. Vier der neun Schafe lagen verstreut und mit zerrissenen Kehlen tot im hohen Gras. Sein Lieblingsbock lebte noch, war jedoch lebensgefährlich verletzt.

Landwirt Karsten Pieper mit gerissenen Schafen
Karsten Pieper stieß vor zwei Wochen auf die teils übel zugerichteten Kadaver seiner Shropshire-Schafe. Nur drei Tiere seiner kleinen Herde überlebten unverletzt. © Olaf Moos

Der 51-Jährige holte sein Jagdgewehr und erlöste das Tier mit einem Genickschuss. Ein kleinerer, durch den Wolf schwer verletzter, Bock überlebte. Dem Tier und den drei übrigen verschreckten Schafen geht es laut Pieper „so weit wieder gut“.

Landesamt leistet Entschädigung

Die vom Lanuv bewilligte Entschädigung wird den Hobby-Landwirt offenbar noch eine Weile beschäftigen. Zunächst müsse er den Wert der gerissenen Schafe vom Züchterverband beziffern lassen, so Pieper. Die finanzielle Abwicklung erfolge dann über den Landwirtschaftsverband. Hätte sich der Wolfsverdacht nicht bestätigt, wäre der Tierhalter auf den Kosten sitzen geblieben.

Im nächsten Frühjahr will Karsten Pieper sich neue Shropshire-Schafe zulegen. Trotz einer wolfsabweisenden Einzäunung seiner Weide, wie sie das Lanuv empfiehlt, ist die Gefahr weiterer Übergriffe nicht vollständig gebannt. Ein Jagdpächter habe ihm Bilder einer Wildkamera gezeigt, auf denen ein Wolf zu sehen ist.

Der Wolfsriss in Stillebeul hat auch in den sozialen Medien eine rege Diskussion entfacht – mit Äußerungen, die Karsten Pieper zum Teil erstaunen. „Mir war nicht klar, dass es so viele, natürlich anonyme, Wolfsachverständige gibt – Menschen, die Zeitungsartikel nicht deuten können. Seit ich laufen kann, bin ich im Wald unterwegs, solches Wissen bekommt man nicht aus Büchern und schon gar nicht aus dem Internet. Deshalb hat sich mein Verdacht auch bestätigt.“

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