Planungspanne: Feuerwehr-Gerätehaus Brügge nicht vor 2013

BRÜGGE - Weil im Rathaus zu spät auffiel, dass der künftige Bahnhof in Brügge mehr Platz braucht, musste das dort bereits fertig geplante neue Gerätehaus der Feuerwehr umgesetzt werden.

Dieser Umstand sorgt nach LN-Informationen dafür, dass der erste Spatenstich auch in diesem Jahr nicht mehr stattfinden kann. Weitere Folge: Der Neubau unterliegt dem neuen Haushalt 2013. Würde dieser Etat erst spät im Jahr beschlossen, dann wäre die Einweihung des Gerätehauses im schlechtesten Fall sogar erst 2014 möglich.

Am Mittwoch ab 17 Uhr berät der Ausschuss für Stadtplanung und Umwelt im Ratssaal öffentlich die Beschlussvorlage zur Aufstellung des Bebauungsplans „Brügge-West“. In diesem Gebiet, dem Bereich um das ehemalige Empfangsgebäude, soll es neben dem Gerätehaus auch Flächen für die Verknüpfung von Bus und Bahn wie in Lüdenscheid geben – einschließlich Park & Ride, Bike & Ride und sogar „Kiss & Ride“. Damit ist Platz für den Umstieg vom geparkten Auto oder Fahrrad auf Bus und Bahn gemeint, und „Kiss & Ride“ beschreibt auf Neudeutsch das Absetzen von Fahrgästen aus dem Auto – samt Abschiedsküsschen.

Die Flächen dafür mussten deutlich größer ausfallen als ursprünglich geplant. Und zwar, weil der Bahnhof Brügge in zwei Jahren an die Schiene nach Meinerzhagen angeschlossen wird. Damit wäre der Weg über Marienheide bis nach Köln frei. Somit sind deutlich mehr Fahrgäste zu erwarten – und das zieht den erhöhten Flächenbedarf am Brügger Bahnhof nach sich. Warum diese schon länger bestehende Schienenplanung im ersten Entwurf für Brügge-West nicht berücksichtigt wurde, blieb gestern unklar.

Das Umsetzen des Gerätehauses erforderte nach Auskunft aus dem Rathaus wegen des Schwerlastverkehrs durch die Feuerwehrfahrzeuge gravierende Umplanungen, das ganze Verfahren musste formal neu anlaufen. Das kostete offenbar die Zeit, die jetzt die Verlegung des Spatenstichs zur Folge hat.

Die Brügger Feuerwehrleute müssen inzwischen eine Engelsgeduld aufbringen. In ihrem maroden Gerätehaus Am Kamp dürfen sie nicht einmal den Schulungsraum nutzen, weil ausgerechnet in einem Feuerwehrgebäude als Brandschutz ein zweiter Rettungsweg fehlt. Schon 2011 wurden ihre Hoffnungen auf eine baldige Lösung enttäuscht, als ein viel versprechender Investor im benachbarten Plangebiet Brügge-Ost ihr Gerätehaus bauen wollte – bis er absprang.

Zum neuen Bebauungsplan Brügge-West zählen nun auch ein Fuß- und Radweg sowie Anpflanzungen entlang der Volme und ein Tempo-70-Limit auf diesem Abschnitt der Volmestraße. - Thomas Hagemann

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