Hitzewelle hält auch im MK an

Droht Trinkwasser-Knappheit im MK? Experten antworten

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Gärtner Dirk Müller bewässert die Beete von Lüdenscheid und bewahrt diese vor der Austrocknung.

Lüdenscheid – Temperaturen jenseits der 30 Grad, dazu wenig bis gar kein Niederschlag – die Hitzewelle ist auch in Lüdenscheid angekommen und dauert noch weitere Tage an, ein Ende ist nicht in Sicht. 

In einzelnen Gemeinden Deutschlands wie im niedersächsischen Lauenau muss der Verbrauch gar drastisch reduziert werden. (Erfahren Sie hier mehr).

In der Bergstadt sind die Vorräte hingegen  noch prall gefüllt. „Es gibt keinerlei Einschränkungen in der Versorgungslage mit Trinkwasser. Wir brauchen uns keine Sorgen zu machen“, erklärt Stadtwerke-Sprecher Uwe Reuter.

Lüdenscheid bezieht Trinkwasser aus Versetalsperre

Lüdenscheid bezieht das Trinkwasser aus der Versetalsperre, ebenso wie Herscheid, Werdohl und Schalksmühle. Zudem kann der Wasserbeschaffungsverband Lüdenscheid im Notfall aufs Wasser der Jubach zurückgreifen. Reuter: „Dies dient aber nur als Back-Up, das ist zurzeit nicht notwendig.“ Reuters Aussagen werden von Ruhrverbands-Sprecher Markus Rüdel untermauert: „Die Talsperren sind alle gut gefüllt, wir haben eine gute Versorgungssituation. Da es im Winter und auch am Anfang der Sommermonate relativ viel Niederschlag gab, sind wir mit einem guten Stauspiegel in die jetzige Hitzewelle gegangen.“ 

Durch Corona Anstieg vom Wasserverbrauch

In Zahlen ausgedrückt ist die Versetalsperre derzeit zu 75 Prozent im Vergleich zu einer vollgestauten Talsperre gefüllt. Das sind sechs Prozent weniger als im August 2019. Generell habe der Trinkwasserverbrauch in diesem Jahr zugenommen, so Reuter. 

„Durch Corona ist ein Anstieg von fünf Prozent zu verzeichnen. Die Leute verbringen durch Home-Office mehr Zeit zu Hause“, schlussfolgert Reuter. Damit auch die Beete, Pflanzen und Bäume in der Bergstadt genug Flüssigkeit erhalten, wurde die Gärtnerei Kissing vom STL mit Gießarbeiten beauftragt. Dreimal in der Woche ist Inhaber Dirk Müller mit seinem Bewässerungsfahrzeug mit einem Füllvermögen von 1000 Litern unterwegs. „Ich bin an einem Tag drei bis dreinhalb Stunden damit beschäftigt“, erklärt Müller, der auf einer Tagestour mehr als 3000 Liter Wasser auf alle Beete verteilt. 

Da nicht alle holzigen Pflanzen von der Gärtnerei Kissing bewässert werden können, wurden zusätzlich Wassersäcke installiert, beispielsweise auf dem Rathausplatz und am Sauerfeld. Diese flexiblen Behälter haben unten kleine Löcher, durch die stetig dosiert Wasser austreten kann. So kann das gesamte Wasser direkt im Erdreich versickern, wo es den Baum versorgt. Das Füllen dieser Säcke geschieht mit einem Schlauch.

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