Nur noch sechs davon im Stadtgebiet

Gefahr für Fußgänger: "Grünpfeile" werden abgeschafft

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Der "Grünpfeil" wie hier am Grebbecker Weg verschwindet aus dem Stadtbild.

Lüdenscheid – Sechs grüne Pfeile, die an Ampelanlagen das Rechtsabbiegen trotz Rotlicht erlauben, gibt’s noch in Lüdenscheid. Und auch die werden noch von der Bildfläche verschwinden. So wollen es die Verwaltung und Straßen.NRW. Das Schild hat ausgedient zugunsten einer übersichtlicheren Verkehrsführung und einer „grünen Welle“ – sagt die Verwaltung.

70 Euro Bußgeld und ein Punkt in Flensburg – nach oben ist die finanzielle Skala offen: Nach der Wende wurde auch in den alten Bundesländern der so genante „Grünpfeil“ an Ampeln eingeführt. Und wer bei Rotlicht nicht trotzdem anhält, zahlt. Gut 30 Jahre später verschwindet das Schild gemäß eines bundesweiten Trends. Wann und wie der Rückbau geschieht, ist Sache der Kommunen, wie Stadtpressesprecher Sven Prillwitz sagt.

Mehr als 50 Lichtzeichenanlagen (LZA) lässt der Landesbetrieb im gesamten Lüdenscheider Stadtgebiet erneuern. Das erste Maßnahmenpaket umfasst 29 Anlagen im innerstädtischen Bereich, eine Auftragssumme von rund 5,5 Millionen Euro und ein Paket, das jetzt abgeschlossen ist. Neben der Erneuerung der LZA an der Altenaer Straße zählten dazu auch die Anlagen an der Lennestraße sowie an der Kreuzung in Höhe der Christuskirche. In den nächsten Jahren soll das zweite „Paket“ realisiert werden. Eine neue Technik zur Verkehrslenkung soll Grünphasen geschickter koordinieren und damit deutlich häufiger für die „Grüne Welle“ sorgen, heißt es seitens der Stadt.

„Am Drostenstück/Heedfelder Straße, hier sind die Signalanlagen seit rund sechs Monaten erneuert, und an der Rahmedestraße/Heedfelder Straße kommt es durch die nicht erneut montierten Grünpfeile teilweise zu enormen, unnötigen Rückstaus insbesondere während der Rushhour“, kontert LN-Leser Alexander Kontschieder und stellt die Frage in den Raum, ob im Zuge der Erneuerung der Lichtzeichenanlagen die Grünpfeile stillschweigend abgeschafft werden.

Diskussion über Grünpfeile: Risiko für Fußgänger 

Die Antwort ist: „Ja“, aber von Stillschweigen, so Prillwitz, könne keine Rede sein. Bereits im November letzten Jahres war dem Ratsherrn Peter Oettinghaus (AfL) aufgefallen, dass grüne Pfeile verschwunden sind. Christian Hayer, Fachdienstleiter Verkehrsplanung, erläuterte seinerzeit öffentlich, dass in Abstimmung mit dem Landesbetrieb Straßen.NRW entschieden wurde, „im Zuge der Sanierung der Lichtsignalanlagen die in der Vergangenheit angeordneten Verkehrszeichen 720 (Grünpfeil) zu entfernen und jeden Einzelfall erneut im Hinblick auf die Verkehrssicherheit und insbesondere den Schutz der schwächeren Verkehrsteilnehmer auf seine Zulässigkeit hin zu überprüfen.“

Zum einen, so die Verwaltung, sei dieses Zeichen ein Sicherheitsrisiko für Fußgänger, zum anderen aber auch für Verkehrsteilnehmer, die beispielsweise auf eine mehrspurige Fahrbahn abbiegen wollen. So setzt die Stadt in Absprache mit Straßen.NRW bei der Erneuerung der Lüdenscheider Lichtzeichenanlagen auf intelligentere Lösungen. Kleine Kameras auf den Ampeln geben entsprechende Signale an das Steuerelement weiter, „und machen den Grünpfeil überflüssig“, so Prillwitz.

Keine Grünpfeile in Lüdenscheid: Sicherheit im Vordergrund

„Ich finde es halt schade, dass bei der ohnehin sehr angespannten Verkehrslage im gesamten Stadtgebiet auch noch so kleine Erleichterungen genommen werden“, kommentiert Alexander Kontschieder den Rückbau.

Die Stadt hingegen setzt auf die Steuerung des Verkehrs durch die modernen Signalanlagen. Prillwitz: „In Hauptverkehrszeiten bringt der Grünpfeil wenig, wenn man als Verkehrsteilnehmer auf eine Hauptstraße abbiegen möchte. Gleichzeitig soll die Komplexität der Verkehrsknotenpunkte durch die Abschaffung des Grünpfeiles verringert werden. Klare Vorgaben für alle Verkehrsteilnehmer – ohne das Risiko, dass sich ein Rechtsabbieger nicht richtig umschaut oder es zu einem möglichen Unfall kommt, wenn plötzlich jemand auf der Hauptstraße die Spur wechselt. Der wichtigste Aspekt bei der ganzen Angelegenheit ist aber die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer, insbesondere der Fußgänger.“

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