Nachbargebäude evakuiert

73-jähriger Mieter stirbt bei Wohnungsbrand in Lüdenscheid

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[Update 17.25 Uhr] Lüdenscheid - Bei einem Feuer in einem Sechsfamilienhaus an der Kalver Höhe 5 ist in der Nacht zu Montag ein 73-jähriger Mieter ums Leben gekommen. Der Brand war in der Dachgeschoss-Wohnung des Opfers ausgebrochen. Die Ursache ist noch unklar. Rund 90 Feuerwehrkräfte waren im Einsatz. Die übrigen Bewohner wurden vorsorglich im Krankenhaus untersucht.

Aufgeschreckt durch ausgelöste Rauchmelder und ein verrauchtes Treppenhaus hatten Anwohner um 1.09 Uhr die Feuerwehr alarmiert. Bei ihrem Eintreffen schlugen die Flammen bereits aus den oberen Fenstern. 

Für den Senior kam jede Hilfe zu spät. Er konnte nur noch tot geborgen werden. Drei Personen aus der benachbarten Wohnung wurden über die Drehleiter gerettet, die weiteren Bewohner über das Treppenhaus ins Freie geführt.

 „Im Verlauf der von innen und außen vorgenommenen Löscheinsätze musste die Wehr das Dach an einigen Stellen öffnen, denn das Feuer in der Wohnung war so stark, dass Teile der Decke zum darüber liegenden Spitzboden durchgebrannt waren und auch die Dachkonstruktion in Mitleidenschaft gezogen wurde, sagte Feuerwehr-Sprecher Jörg Weber. 

Unterricht an der Grundschule ausgefallen

Vorsichtshalber evakuierten die Retter auch das angrenzende Wohnhaus und brachten die Bewohner in der benachbarten Grundschule Kalve bis zum Morgen unter. 15 DRK-Helfer versorgten die Mieter wie auch die Einsatzkräfte bei Temperaturen von weit unter null Grad mit Essen und warmen Getränken. Wegen der außergewöhnlichen Umstände fiel am Montag der Unterricht in der Schule aus. Am Dienstag steht wieder der reguläre Stundenplan auf der Tagesordnung.

Vorsorgliche Nachlöscharbeiten

Gegen 6.30 Uhr rückten die Einsatzkräfte wieder ab. Gegen 9 Uhr wurde das Gebäude erneut mit einer Wärmebildkamera auf mögliche Brandnester untersucht. Rein vorsorglich rückte die Feuer- und Rettungswache zu kleineren Nachlöscharbeiten aus.

Die Mieter des unversehrten Nachbarhauses kehrten in den frühen Morgenstunden in ihre Wohnungen zurück. Dagegen bleibt die Brandimmobilie vorläufig leer. Strom, Gas und Wasser sind abgestellt. Die betroffenen Parteien, darunter auch Haushalte mit Kindern, kamen vorläufig bei Nachbarn, Freunden und Verwandten unter. 

Wohnungsgesellschaft verspricht schnelle Hilfe

„Wir werden selbstverständlich alles dafür tun, damit die Betroffenen ein Dach über dem Kopf haben und sie auch in Hotels unterbringen, wenn es für sie keine anderen Lösungen gibt“, versprach Guido Schönau, Geschäftsführer der Mark Wohnungsgesellschaft, schnelle und unbürokratische Hilfe. 

Brand-Sachverständiger vor Ort

Wann die „Mark“ als Eigentümerin ihr Haus wieder herrichten kann, ist aber noch offen. Am Dienstag wird zunächst ein Brand-Sachverständiger vor Ort sein. Einige Mieter hatten am Vormittag einige persönliche Gegenstände aus ihren Wohnungen mitnehmen können.

Wehr weist auf Rauchmelder-Pflicht hin

Den Einsatz nimmt die Feuerwehr zum Anlass, erneut auf die mittlerweile verpflichtende Installation von Rauchwarnmeldern aufmerksam zu machen. „Es darf davon ausgegangen werden, dass die Personenschäden ohne die Warnmelder noch größer gewesen wären“, sagte Weber. Außerdem appelliert die Feuerwehr an alle Verkehrsteilnehmer, ihre Autos grundsätzlich nur innerhalb ausgewiesener Parkflächen abzustellen.

Problematische Anfahrt

„Gerade in engen Straßen stellen Fahrzeuge, die auch nur wenige Zentimeter außerhalb der Flächen abgestellt sind, ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Wo ein Pkw gerade noch durchkommt, passen weder die Feuerwehr oder der Rettungsdienst, noch der Winterdienst oder die Entsorgungsfahrzeuge durch“, unterstrich Weber. Denn im Wohngebiet Kalve waren die Helfer wegen der Parksituation nur langsam zum Einsatzort vorgedrungen.

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