Gebäude ist unbewohnbar

Feuer in Lüdenscheider Obdachlosenunterkunft fordert ein Todesopfer - Tatverdächtiger festgenommen

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Schwerer Brand an der Leifringhauser Straße.

[Update, 14.41 Uhr] Lüdenscheid - Schwerer Brand am späten Freitagabend in einer Obdachlosenunterkunft an der Leifringhauser Straße 1-3 in Lüdenscheid. Wie die Polizei am Samstagmorgen bestätigte, gibt es ein Todesopfer zu beklagen. Ein 52-Jähriger Mieter wurde vorläufig festgenommen.

  • In einer Obdachlosenunterkunft in Lüdenscheid hat es gebrannt
  • Die Polizei bestätigte ein Todesopfer
  • Ein Tatverdächtiger wurde vorläufig festgenommen

Nach dem Feuer in einer Obdachlosenunterkunft an der Leifringhauser Straße, bei dem ein 71-Jähriger ums Leben kam, ist laut Polizei und Staatsanwaltschaft ein 52-Jähriger festgenommen worden. In dessen Zimmer war der Brand der gemeinsamen Mitteilung nach ausgebrochen.

Gemeldet worden war der Brand um 22.03 Uhr zunächst als Wohnungsbrand. Bereits bei Eintreffen der Feuerwehr war klar, dass es sich um einen kompletten Gebäudebrand handelte. Ob sich Personen in dem Haus befanden, war zu diesem Zeitpunkt noch unklar.

Als die Feuerwehr das Haus erreichte, brannte der Dachstuhl bereits durch. Zwar versuchten die Wehrleute noch, von innen zu löschen, doch das war aufgrund der immensen Hitzeentwicklung bereits nicht mehr möglich. Der Feuerwehr blieb nichts anderes übrig, als den Brand von außen zu bekämpfen und im weiteren Verlauf jede einzelne Wohnung zu kontrollieren.

Feuerwehreinsatz an der Leifringhauser Straße 1-3

Feuerwehr-Sprecher Jörg Weber erläuterte, dass es aufgrund der Wohnsituation in dem Haus zunächst unklar war, "ob die Bewohner einfach nicht zu Hause oder möglicherweise noch in den Wohnungen sind". 

Brand in Obdachlosenunterkunft in Lüdenscheid: Schlimmer Verdacht bestätigt

Am Samstagmorgen bestätigte die Polizei eine Befürchtung von Freitagabend: Ein Mann wurde tot aufgefunden. Wie der 71-Jährige ums Leben kam, muss nun eine Obduktion ergeben. Der Mann habe sich zumindest nicht in dem Zimmer aufgehalten, in dem das Feuer ausbrach, so die Polizei. Demnach müsse ermittelt werden, ob der Mann etwa durch eine Rauchgasvergiftung starb, oder womöglich schon vor dem Brand tot war.

Eine weitere Person ist leicht verletzt worden. Im Verlauf der Rettungsmaßnahmen wurde am Freitagabend eine Person über die Drehleiter und eine Person von der Polizei über die Außentür gerettet. 

Brand in Obdachlosenunterkunft: Ermittler untersuchen den Brandort

Am heutigen Samstag untersuchen Ermittler der Polizei den Brandort und die Umstände weiter. Es erfolgen laut Polizei und Staatsanwaltschaft eine Begehung des Brandortes mit einem Sachverständigen sowie die Vernehmung des Tatverdächtigen. 

Das Gebäude, in dem der Brand ausgebrochen ist, ist wegen der schweren Schäden durch den Brand und das Löschwasser bis auf Weiteres nicht mehr nutzbar, bestätigt die Stadt Lüdenscheid auf Anfrage. Nach Angaben der Feuerwehr ist im ersten Obergeschoss die Decke zum Teil eingebrochen oder zumindest stark beschädigt. Das Erdgeschoss hat demnachmassive Wasserschäden zu verzeichnen. 

Brand in Lüdenscheider Obdachlosenunterkunft: Bewohner auf andere Häuser verteilt

Das Ordnungsamt konnte die 20 Personen, die in dem betreffenden Gebäude untergebracht waren, über das Wochenende zunächst auf die beiden anderen Häuser an der Leifringhauser Straße verteilen. Insgesamt wohnen in der Obdachlosenunterkunft, die über 60 Plätze verfügt, derzeit 38 Personen. Dabei handelt es sich sowohl um alleinstehende Männer und Frauen als auch um Familien. Das Ordnungsamt plant, die Frauen und Familien zu Beginn der Woche in der Flüchtlingsunterkunft am Nattenberg unterzubringen, da dort Kapazitäten zur Verfügung stehen. 

Bei den Löscharbeiten, die bis gegen 2 Uhr dauerten, waren neben der Hauptwache Kräfte von allen Löschzügen der Freiwilligen Feuerwehr beteiligt. Unter anderem wurde die Drehleiter aus Brügge angefordert.

Zur Brandursache sowie zur Höhe des Sachschadens konnten Polizei und Staatsanwaltschaft bislang keine Angaben machen. 

Weitere Brände in Lüdenscheid 

Kürzlich hat es im Extrawurst-Imbiss gebrannt - bereits zum zweiten Mal. Ebenfalls im April hat ein Brand in einem Unternehmen dort den Betrieb lahmgelegt. Nur einen Tag zuvor brannte es nach einer Explosion auf einem Balkon in einem Mehrfamilienhaus.

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