Kritik am Götze-Wechsel

„Lüdenscheid-Süd“ jubelt im BVB-Stadion

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Abfahrt zum Heimspiel gegen Real: Das Steakhaus Piepersloh von Präsident Toni Renic (l.) sah schon viele BVB-Promis, und das Banner von 1994 hing bereits in Liverpool und Mailand.

Lüdenscheid - Wer die rund 30 Mitglieder des BVB-Fanclubs „Lüdenscheid-Süd“ am Mittwoch im Vereinsheim in Piepersloh suchte, der suchte vergebens: „Wir sind fast alle im Stadion“, berichtete Geschäftsführer Dietmar Hinricher vor der Abfahrt am Nachmittag.

Die Vorfreude auf das Champions-League-Halbfinale gegen Real Madrid war indes kräftig getrübt. Dass Superstar Mario Götze zu den Bayern wechselt, sei im Club mit großer Enttäuschung aufgenommen worden.

Ausgerechnet der große Liga-Konkurrent warb Götze ab, und die Bekanntgabe zwei Tage vor dem Real-Spiel war denkbar ungünstig. Doch das sei daran nicht das Schlimmste: „Was mich am meisten stört, ist die noch kürzlich gehörte Aussage, dass Götze bei Borussia bleiben will“, erklärte der Fanclub-Geschäftsführer. „Die Profis der Bundesliga erhalten ehrliches Geld, und dafür kann man ehrliche Aussagen erwarten.“

Fans können an Transfers nichts ändern, ist Hinricher klar. Aber: „Wenn Stadionsprecher Norbert Dickel heute den Vornamen von Götze ruft, werde ich den Nachnamen nicht mehr mitrufen.“ Da helfe auch der Appell von Trainer Jürgen Klopp nichts. „Kloppo“ hatte Fans, die ausgerechnet im Real-Spiel ihren Unmut über Götze kundtun wollten, sogar gebeten, ihre Tickets zu tauschen.

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Daran dachte man bei „Lüdenscheid-Süd“ jedoch keine Sekunde. Zumal es schwierig genug ist, an Fanclub-Tickets zu kommen, wie Mitglied Guido Seidel schildert. Für das Real-Spiel hatte der BVB ganze zwei Karten nach Lüdenscheid geschickt. Mitglieder wie Martin Matyszczak, Peter Berula, Marten Schulte-Lippern oder Christian Dee verfügen indes meist über Dauerkarten, die auch die Buchung von CL-Spielen ermöglichen. Die Extra-Tickets wurden daher an Mitglieder ohne Dauerkarte weitergereicht.

Der 1994 gegründete Club „Lüdenscheid-Süd“ ist laut Hinricher seit 2010 wieder aktiv, nachdem das Vereinsleben davor lange ruhte. Doch heute steht man als einziger Fanclub aus der Bergstadt auf der offiziellen Homepage bvb.de, nach Postleitzahlen geordnet zwischen Clubs aus Menden und Schalksmühle.

Mit „Lüdenscheid-Nord“, dem Synonym der Schalker für den BVB, hat der Name übrigens nichts zu tun: „Wir kommen eben überwiegend aus Lüdenscheids Süden.“

Präsident und Vereinswirt Toni Renic konnte dort schon viele BVB-Promis begrüßen: Nuri Sahin, Ottmar Hitzfeld, Aki Watzke, Norbert Dickel, um nur einige zu nennen. Und Michael Rummenigge soll hier, am Pfeiler der nahen A-45-Brücke, einst sein Auto verbeult haben. - hgm

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