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Tödlicher Schuss auf Kirmes im Sauerland: Festnahme nach SEK-Einsatz

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Von: Daniel Großert

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Auf der Steinert Kirmes in Lüdenscheid wurde ein Mann erschossen. Nachdem es keine Video-Fahndung gab, gibt es jetzt neue Informationen.

Update vom 23. Mai, 20.51 Uhr: Bei einem SEK-Einsatz hat die Polizei ein Haus in der Innenstadt von Lüdenscheid gestürmt und einen jungen Mann festgenommen. Das bestätigten Polizei und Staatsanwaltschaft am Abend. Zuvor hatten die Ermittler aus taktischen Gründen Abstand davon genommen, Bilder des Verdächtigen zu veröffentlichen.

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SEK-Einsatz in Lüdenscheid: Ein Mann wurde nach den tödlichen Schüssen auf der Steinert Kirmes festgenommen.
SEK-Einsatz in Lüdenscheid: Ein Mann wurde nach den tödlichen Schüssen auf der Steinert Kirmes festgenommen. © Alex Talash

Lüdenscheid: Mann auf Kirmes erschossen - Ermittler setzen auf Videobilder

[Erstmeldung vom 23. Mai, 12.27 Uhr] Lüdenscheid - Der Schock in Lüdenscheid sitzt zwei Tage nach der Tragödie noch immer tief: Ein 40-jähriger Mann wurde am Samstag auf der Steinert Kirmes von einem Schuss getroffen und starb kurz darauf in einem Krankenhaus. Die Ermittlungen zum Täter laufen auf Hochtouren.

Die Staatsanwaltschaft Hagen, die gemeinsam mit einer Mordkommission des Polizeipräsidiums Hagen die Ermittlungen rund um den tödlichen Schuss auf der Steinert Kirmes übernommen hat, teilte am Montag mit, dass Videomaterial vorliege, auf dem die beteiligten Personen zu sehen seien. Zunächst hieß es, dass die Bilder im Rahmen einer Öffentlichkeitsfahndung veröffentlicht werden sollen, um die Personengruppe, aus der geschossen wurde, zu ermitteln.

Doch diesen Schritt werden die Ermittler vorerst nicht gehen, wie der zuständige Staatsanwalt auf Nachfrage erklärte. Zwar gebe es verwertbare Bilder und rechtlich spreche auch nichts gegen eine Veröffentlichung. „Aus ermittlungstaktischen Gründen“ sollen diese aber zunächst nicht an die Öffentlichkeit gegeben werden, hieß es. Einen konkreten Verdächtigen, der den Mann erschossen haben könnte, gebe es aktuell noch nicht, sagte der Staatsanwalt. Die entsprechenden Ermittlungen dauerten an. Die Mordkommission habe aber bereits mehrere Zeugen vernommen.

Polizisten und Kriminaltechniker besprechen sich, nachdem auf der Steinert Kirmes in Lüdenscheid ein Mann erschossen wurde.
Polizisten und Kriminaltechniker ermittelten vor Ort, nachdem der Mann auf der Steinert Kirmes in Lüdenscheid erschossen wurde. © Markus Klümper

Das Unglück auf der Steinert Kirmes in Lüdenscheid hatte sich am Eröffnungstag folgendermaßen zugetragen: Nach Polizeiangaben war es am Samstag gegen 20.30 Uhr auf dem Gelände des Volksfestes zu einer „körperlichen Auseinandersetzung“ zwischen einer sechsköpfigen Personengruppe und einem 16-Jährigen aus Lüdenscheid gekommen. Etwa 20 Minuten später wollte der Jugendliche gemeinsam mit seinem 52 Jahre alten Vater die sechs Personen im Bereich des Eingans zum Kirmesgelände zur Rede stellen.

Lüdenscheid: Mann auf Kirmes erschossen - so wird die Gruppe um den Täter beschrieben

Die Gruppe ergriff daraufhin die Flucht. Dabei feuerten zwei Personen Schüsse aus einer Schreckschusswaffe und einer scharfen Waffe ab. Die Schüsse gingen laut Polizei und Staatsanwaltschaft sowohl in die Luft als auch in Richtung des 16-Jährigen und seines Vaters. Ein Projektil traf einen 40-jährigen Mann aus Gummersbach, der sich zu diesem Zeitpunkt ebenfalls am Eingang der Steinert Kirmes in Lüdenscheid aufhielt, in der Brust.

Er erlag kurze Zeit später in einem Krankenhaus seinen Verletzungen. Ob es eine Verbindung zwischen dem Mann und den Beteiligten des Streits gibt oder ob er zufällig dort war, war zunächst unklar. Laut einem WDR-Bericht deute momentan vieles darauf hin, dass der 40-Jährige wohl nur zur falschen Zeit am falschen Ort war.

Am Tag nach dem tödlichen Schuss hatten die Ermittler der Mordkommission bereits eine Beschreibung der Gruppe herausgegeben, aus der der Täter den 40-Jährigen erschossen hatte. Demnach handele es sich um südländisch aussehende Personen zwischen 16 und 20 Jahren. Vier Personen seien dunkel gekleidet gewesen, eine habe einen grauen Jogginganzug getragen und die sechste sei mit einem weißen T-Shirt bekleidet gewesen.

Unterdessen äußerten sich die Verantstalter der Steinert Kirmes in Lüdenscheid auf Facebook zu den schrecklichen Vorfällen am Samstagabend. Sie drückten ihr Bedauern für den tödlichen Schuss aus - und erklärten, wie es mit dem Volksfest im Sauerland weitergehen soll.

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