Minderjährige Flüchtlinge

„Stehen bei vielen Dingen am Anfang“

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Symbolbild

Lüdenscheid - Wie und wo sind die minderjährigen unbegleiteten Flüchtlinge untergebracht? Um welche Altersstruktur handelt es sich? Werden die Jugendlichen psychologisch betreut? Und wie sehen die aktuellen Aufgaben bei der Stadt aus? Diese und viele weitere Fragen standen im Mittelpunkt der Sitzung des Jugendhilfeausschusses am Dienstagabend.

In seinem mündlichen Bericht hatte Stefan Hesse vom Fachdienst Familienhilfe einen Überblick über die bisherige Arbeit sowie einen Ausblick gegeben. Und ihm und seinem Team, das im Bereich des Allgemeinen Sozialen Dienstes personell aufgestockt worden war, wurde dafür am Ende nicht nur ein großes Lob ausgesprochen, sondern es wurde auch deutlich, dass vieles noch im Übergang ist und optimiert werden müsse. 

„Bei vielen Dingen stehen wir noch am Anfang, es gibt einfach noch keine Erfahrungswerte“, erinnerte Hesse daran, dass die Arbeit eigentlich erst vor vier Monaten begonnen habe. Derzeit würden 45 minderjährige Flüchtlinge in Lüdenscheid betreut, 95 Prozent davon seien männlich und stammen zur Hälfte aus Afghanistan, 25 Prozent kämen aus Syrien. 

40 Prozent in "Brückenlösungen"

40 Prozent der Flüchtlinge seien aktuell in „stationären Maßnahmen“ untergebracht, 20 Prozent in Pflegeverhältnissen, die restlichen 40 Prozent in „Brückenlösungen“, beispielsweise am Schöneck oder in der ehemaligen Albert-Schweitzer-Hauptschule. Dabei waren sich die Beteiligten einig, dass die „Brückenlösung“ Schöneck die schlechteste Lösung sei – und zwar nicht nur aufgrund der Räumlichkeiten, sondern auch durch den Umzug der Familien in die benachbarten Wohncontainer.

„Hier suchen wir nach Lösungen“, erklärte Fachbereichsleiter Matthias Reuver. Als weitere Ziele und Herausforderungen nannte Hesse die Ausweitung des Jugendhilfe-Angebots, die Schaffung von Wohnraum sowie die Optimierung der Brückenlösungen. Hinzu komme das Thema Integration, das jedoch bei vielen Jugendlichen, so wurde auf Anfrage deutlich, bereits gut funktioniere. 

Gerade jene Flüchtlinge, die zur Schule gehen, seien schnell an die sozialen Netzwerke angebunden, kämen schnell in Kontakt, lernten schnell die deutsche Sprache und nähmen auch die Angebote in den Jugendtreffs in Anspruch. „Dort erleben wir gerade einen enormen Zulauf“, so Barbara Kleine vom Fachdienst Kinder- und Jugendförderung. „Diese Jugendlichen kommen gut in der Gesellschaft an“, hieß es.

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