Stellenabbau in der Verwaltung: Scharfe Kritik an der Union

Sauer: Christin Spangenberg.

LÜDENSCHEID - Auf scharfen Widerspruch stößt der Vorschlag der CDU, durch Stellenabbau in der Stadtverwaltung die Einschränkung von Leistungen und die Erhöhung von Abgaben im Haushaltssicherungskonzept (HSK) abzumildern.

„Die Ampel konkretisiert, die CDU pauschaliert“, sagte der SPD-Stadtverbandsvorsitzende und Landtagsabgeordnete Gordan Dudas. Unions-Fraktionschef Oliver Fröhling, sein Widersacher im Landtagswahlkampf, mache „mit wolkigen Angaben da weiter, wo er im Wahlkampf aufgehört hat“. Nur von „Luft nach oben“ zu sprechen, sei wie ein Kochrezept ohne Mengenangaben – „damit kann keiner was anfangen, am wenigsten die Beschäftigten der Verwaltung.“ Der schiere Abbau von Stellen könne sich zudem als Bumerang erweisen, wenn dafür etwa Bauanträge nicht mehr in annehmbarer Zeit bearbeitet werden könnten.

„Die CDU macht ihre Arbeit nicht“, konstatiert Kirsten Petereit, Fraktionsvorsitzende der Grünen. Wer 72 Stellen in der Verwaltung abbauen will, müsse auch sagen, wo. „Sonst bleiben auch die Auswirkungen auf die Bürger unklar.“ Für die Grünen wäre eine solche Anfrage an die Verwaltung die Voraussetzung für jeden Abbau über das Sicherungskonzept hinaus.

Schiere Wut über die „unglaublich innovativen Ansichten“ Fröhlings empfindet nach eigenen Worten Christin Spangenberg, Jugendvertreterin der Stadtverwaltung. Es sei „ja interessant, wie viel Einsparpotenzial das städtische Personal bietet. Andererseits finde ich auch interessant, wie viele Überstundenanträge wöchentlich auf Personalratssitzungen behandelt werden“, erklärte sie. Probleme, den regulären Urlaub zu nehmen, und eine deutliche Überlastung vieler Kollegen prägten den Alltag der Stadtverwaltung. Fröhling habe zwar begrüßt, dass keine Einrichtung geschlossen werden soll. „Dann lese ich jedoch etwas von 50 Euro Jahresgebühr für Nutzer der Stadtbücherei.“ Die würde damit zum „Luxus und nur für Menschen attraktiv, die sich selber eine große Bibliothek leisten können“. Als Kandidat habe Fröhling im Jugendhearing beteuert, Ausbildung sei ihm wichtig. Zugleich habe sich die CDU jüngst gegen die Einstellung einer zusätzlichen Auszubildenden ausgesprochen, so Spangenberg. So stehe Fröhling „wirklich dazu, wenn es darum geht, einer jungen Person eine Chance zu geben“. - hgm

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare