Rundfunkgebühren: 2000 Euro Mehrkosten?

LÜDENSCHEID - Knapp 2000 Euro mehr – das ist „die erste grobe Übersicht“, sagt ZGW-Abteilungsleiter Ralf Ziomkowski (Immobilienwirtschaft). Er hat er sich in den letzten Monaten intensiv mit der neuen Rundfunkgebührenberechnung befasst, ein Thema, das viele Kommunen nicht nur finanziell stark belastet.

Gut drei Monate nach Inkrafttreten des neuen Modells hat Lüdenscheid eine Vorstellung von den möglichen Mehrkosten. Musste man bislang 10.200 Euro im Jahr zahlen, dürfte sich die neue Summe auf etwa 12.000 Euro belaufen – vorbehaltlich der Zustimmung der AZDBS (ARD-ZDF-Deutschlandradio-Beitragsservice), wie die alte GEZ jetzt heißt.

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Weil die Kommunen das Berechnungsverfahren mindestens so kompliziert finden wie die neue Bezeichnung, zahlt es sich aus, dass sich Ralf Ziomkowski spezialisiert hat. Rund 10.000 Euro hätten sich einsparen lassen, weil nicht mehr einzelne Ämter abrechneten, sondern alles zentralisiert über die ZGW laufe. Statt nach Geräten werde heute nach Betriebsstätten und Fahrzeugen abgerechnet, erläutert er. Als Beispiel nennt er „Einrichtungen des Gemeinwohls“, also Kindergärten und Schulen. Die zahlten zwar weniger (17,98 Euro im Monat). Aber: Musste man früher nur für Geräte an zehn Schulen zahlen, seien es jetzt 23 Betriebsstätten.

Die Verteilung der STL-Fahrzeuge auf alle Betriebsstätten habe hingegen rein rechnerisch 4500 Euro Gebühren gespart. Rund 1300 Euro Ersparnis bringe es, Rathaus und städtisch genutzte Nachbargebäude als ein Gebäude zu werten – wegen der räumlichen Beziehung. Er sei zuversichtlich, „dass wir uns durchsetzen“, sagt Ziomkowski, der in seiner Freizeit auch als Dozent am Studieninstitut Niederlausitz Seminare zum Thema gibt.

Vorläufig bleiben die Zahlen dennoch. Denn weil Kosten und Unmut der Kommunen steigen, arbeitet der Deutsche Städtetag gemeinsam mit der AZDBS bereits an einer Neuregelung der Neuregelung und plant eine wissenschaftliche Erhebung. Sollte sich das Beitragsverfahren erneut ändern, kann das dauern – laut Städtetag wohl bis Ende 2014. - sum

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