FDP: Tunnel könnte noch viel teurer werden

1,35 Millionen Euro soll die Erneuerung von Leuchten und Beton im Rathaustunnel kosten. Dazu gibt es kritische Fragen.

LÜDENSCHEID - Die Befürchtung, dass die Sanierung der Tunnelbeleuchtung noch erheblich teurer als die veranschlagten 1,35 Millionen Euro wird, hegt Jens Holzrichter, Vorsitzender der FDP-Fraktion.

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Er gehe davon aus, dass die angegebene Summe nur bei einer Vollsperrung in der Bauzeit zu erreichen ist, erklärte der Liberale. Für diesen Fall hatten die Verkehrsplaner ein Verkehrschaos in der Innenstadt angekündigt. Erstaunt zeigte sich Holzrichter über die Vielzahl der zu treffenden Maßnahmen: „Ob Fluchtwege oder Kommunikation – da ist offenbar 40 Jahre lang nichts passiert, sodass man froh sein kann, dass es unfallfrei abging. Und uns fällt das jetzt auf die Füße“, sagte er verärgert.

In Frage stellt Holzrichter indes, dass es im Tunnel konventionelle Leuchten statt LEDs geben soll. „Da rüsten wir gerade an jeder noch so kleinen Straße um, und hier soll es wieder die alte Dampflampe tun?“, will der Liberale nachhaken, ob dies allein an der inzwischen ausgelaufenen LED-Förderung liegt.

SPD-Fraktionschef Ingo Diller erklärte, es könne immerhin sein, dass die höhere Lichtstreuung bei Leuchten alter Bauart für einen Tunnel sogar besser ist. „Das sollten wir den Experten überlassen, ebenso die Frage, ob man nicht gegenläufig durch eine Röhre fahren kann“. Auch Diller schwant angesichts der „groben Kostenschätzung“, die heute dem Bau- und Verkehrsausschuss vorliegt, nichts Gutes. Doch könne es ebensogut sein, dass man unter dem Schätzwert bleibe.

„Schockiert“ von der Höhe der Investitionssumme zeigte sich die CDU-Fraktion. Man werde die Sanierung für den Rathaustunnel zwar mittragen. „Aber wir wollen wissen, ob sich die Maßnahmen auch auf beide Tunnelröhren beziehen – und ob man nicht schon länger wusste oder hätte wissen müssen, dass hier kostspielige Unterhaltungsmaßnahmen notwendig werden“, erklärte Unions-Fraktionschef Oliver Fröhling. Dann hätte man diese möglicherweise in mehreren Schritten über Jahre aufteilen können „und nicht so lange warten sollen, bis Teile der Beleuchtung herunterfallen“. 1,35 Millionen Euro auf einen Schlag seien „schwer zu verkraften, zumal das nicht die einzig Hiobsbotschaft der letzten Tage war.“

Hier erinnerte Oliver Fröhling an die millionenschweren Ausfälle der Enervie-Dividende und der Gewerbesteuer sowie die erwartete höhere Kreisumlage.

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