Lüdenscheid pocht auf größeren Abstand

Mega-Masten: Amprion kürzt Abstand zu Häusern auf 30 Meter

Unter Hochspannung: Bis zu 80 Meter hoch sind die Masten, die Amprion aufstellt.

Lüdenscheid - Auf einer Strecke von 126 Kilometern soll die bestehende 110-kV-Leitung zwischen Dortmund- Kruckel und Dauersberg in Rheinland-Pfalz zu einer 380-kV-Leitung umgebaut werden – mit einem neuralgischen Punkt in Wettringhof, wo der Abstand zur Wohnbebauung nach Auffassung der Stadtverwaltung viel zu gering ist.

Es ist ein gewaltiges Projekt, um die Energieversorgung zwischen schlechter und besser versorgten Regionen auszugleichen und sicherzustellen. Erforderlich ist es daher, auf einer Strecke von 126 Kilometern die bestehende 110-kV-Leitung zwischen Dortmund- Kruckel und Dauersberg in Rheinland-Pfalz zu einer 380-kV-Leitung umzubauen. 

Betroffen ist auch Lüdenscheider Gebiet – mit einem neuralgischen Punkt in Wettringhof, wo der Abstand zur Wohnbebauung nach Auffassung der Stadtverwaltung viel zu gering ist. Die Kritik mündet in einem Beschlussvorschlag der Verwaltung, der vom Hauptausschuss am Montag einstimmig befürwortet wurde.

Grundstückeigentümer verweigert Verschiebung

Darin fordert die Stadt die Bezirksregierung als Planfeststellungsbehörde auf, den zwischen der Firma Amprion und der Stadt bereits 2012 vereinbarten Abstand von 118 Metern zum Ortsrand der Wohnbebauung einzuhalten. Nach den vorliegenden Planungsunterlagen beträgt der Abstand nur noch 30 Meter.

Ursache der Anpassung sei die Weigerung eines von einer größeren Verschiebung betroffenen Grundstückeigentümers, sein landwirtschaftlich genutztes Grundstück für einen dann erforderlichen neuen Maststandorts zur Verfügung zu stellen, erklärt Amprion.

Die Umstellung auf 380-kV – ein kV steht für eine elektrische Spannung von 1000 Volt – erfordert im Schnitt doppelt so hohe Masten wie bisher. „Das kann man aber nicht verallgemeinern“, sagt Dr. Andreas Preuß von der Amprion-Pressestelle. „Je nach den geografischen Gegebenheiten ist das unterschiedlich. Klar ist jedenfalls, dass sich durch die höheren Masten deren Anzahl reduziert.“

Es geht um gesundheitliche Auswirkungen des Ausbaus

„Denn die Ausschwingbreiten vergrößern sich.“ Es geht aber nicht nur um technische Details und optische Auswirkungen, die mit dem Ausbau verbunden sind, sondern auch um gesundheitliche Auswirkungen des Ausbaus. 

Ein ausreichender Abstand von der Wohnbebauung soll einer möglichen Verschärfung der Elektrosmoggrenzwerte durch elektrische und magnetische Felder begegnen. Die Verwaltung führt die städtische Vorsorge ins Feld, die sie „allgemein bei diesem in der öffentlichen Diskussion sehr strittigen Thema“ habe.

Mitte November des vergangenen Jahres waren die Planungen in der Phänomenta von der Amprion GmbH vorgestellt worden. Die Resonanz war aber recht gering. Die neue Freileitung wird weitgehend im Trassenraum von bereits bestehenden 220- und 110-Kilovolt-Leitungen gebaut. Vorhandene Leitungen und Masten werden abgebaut und durch höhere Masten ersetzt.

36 Kilometer Leitung auf dem Gebiet des Märkischen Kreises

Nach Angaben der Verwaltung tritt die Trasse im Bereich Rosmart in das Stadtgebiet ein, verläuft circa 50 Meter östlich vorbei an Wettringhof über Brüninghausen parallel zum Versetal und verlässt das Stadtgebiet östlich von Wenninghausen.

Im Verlauf des Areals übernimmt das neu geplante Trassennetz auch eine Starkstromleitung der Deutschen Bahn, die auf der westlichen Seite des Versetals von Nord nach Süd und mittig durch Wettringhof verläuft, so dass diese Leitung zukünftig aus dem Ortsbild entfällt.

Von den 126 Kilometern Höchstspannungsleitung liegen 36 Kilometer auf dem Gebiet des Märkischen Kreises. Auf der gesamten Strecke werden 109 neue Masten gesetzt.

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