Abpfiff an der Parkstraße: Bolzplatz verschwindet

Das Spiel ist bald aus: Auf dem Bolzplatz an der Parkstraße soll eine große Wohnanlage entstehen.

LÜDENSCHEID - Schlusspfiff: Dort, wo Kinder, Jugendliche und Erwachsene bis dato gerne dem Ball nachjagen, wird wohl schon bald kräftig gebaut. Soll heißen: Der große und regelmäßig von Hobby-Kickern genutzte Bolzplatz hinter dem „Waldschlösschen“ an der Parkstraße verschwindet.

Für das Areal sind in Zukunft Seniorenunterkünfte und Eigentumswohnungen angepeilt. Darüber informierten Abgesandte der Stadtverwaltung und beteiligte Investoren jetzt bei einer Bürgerversammlung. Stadtplaner Lars Bursian redete dabei nicht lange um den heißen Brei herum: Die Motive für Verkauf und Vermarktung des städtischen Grundstücks sind rein finanzieller Natur. Die Worte des Verwaltungsmannes: „Wir verzichten nicht gerne auf den Bolzplatz und wir wollen die Bürger auch nicht ärgern. Aber die Stadt steckt in Finanznöten. Und die gute Lage dort bringt viel Geld.“

Gleichzeitig verteidigte Bursian aber auch den Charakter des Bauprojekts. Bei dem treten die Siegener Baufirma Otto Quast sowie das Diakonische Werk Bethanien mit Sitz in Solingen als Investoren und Entwickler in Erscheinung. Zu den beteiligten Architekten gehört auch der Lüdenscheider Wolf Sager.

Bis 2015 soll auf dem Gelände ein zweiteiliger und bis zu vier Geschossen hoher Gebäudekomplex entstehen. Darin integriert: eine Senioren-WG sowie 18 Wohnungen des Betreuten Wohnens mit Größen zwischen 55 und 80 Quadratmetern. Dazu kommen – und das hatte die Stadt bisher nicht unbedingt an die große Glocke gehängt – zwölf ganz normale Eigentumswohnungen.

Mit Größen von bis zu 137 Quadratmetern dürften die im Endeffekt eine ähnliche Fläche wie der Senioren-Bereich aufweisen. Für die Außenanlagen sind etwa ein Schallschutz und ein „Duftgärtchen“ anvisiert. Über die Quartiernahme eines ambulanten Pflegedienstes im Gebäudekomplex wird nachgedacht.

„Ziel ist es, dass die Menschen auch im Alter in ihrem angestammten Quartier bleiben können“, so Bursian und die Investoren unisono. Der Durchgang von der Parkstraße zum Stadtpark an dieser Stelle soll bestehen bleiben. Gleichzeitig kündigt Bursian gerade für dort die Fällung von „eher dünnen Bäumen“ an. „Die dicken und schützenswerten Bäume sollen allerdings erhalten bleiben“, so das Versprechen des Planers.

Und die Hobby-Kicker? Die müssen sich künftig einen anderen Platz suchen – wenn das denn möglich ist. So gleicht der recht nah gelegene Bolzplatz in der Grünanlage am Angelnweg eher einem „Käfig“, wie die Verwaltung einräumt. Und der Sportplatz Schöneck? Für den ist eine Bebauung längst im Gespräch.

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