Ideen fernab ausgetretener Pfade

Lüdenscheid öffnet die „Wunderkammer der Zukunft"

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Öffnen die "Wunderkammer": Linus Wortmann, Matthias Czech, Dr. Eckhard Trox, Tom Groll und Ulrike Tütemann.

Lüdenscheid – Gedacht ist das Projekt als Blick in eine mögliche Zukunft Lüdenscheids, als Entwicklungsbasis für Ideen fernab ausgetretener Pfade und festgezurrter Pläne: Die „Wunderkammer der Zukunft“ in den Museen der Stadt, die der polnische Lichtkünstler Robert Sochacki vor Monatsfrist gestaltete, öffnet am kommenden Mittwoch offiziell ihre Pforten.

Zum Auftakt sind Vertreter der im Rat der Stadt vertretenden Parteien eingeladen, sich auf 60 Quadratmetern und unter Anleitung eines Experten inspirieren zu lassen und neue Pläne für Lüdenscheid zu entwickeln. 

Ab 20 Uhr sind dann die Lüdenscheider eingeladen, nach einem kurzen Vortrag des Soziologen Dr. Olaf Jann (Universität Siegen) mit dem Titel „Demokratische Störungen – Rebellierende Demokraten“ den ersten offiziellen Blick in die „Wunderkammer“, den ehemaligen Münzraum der Museen, zu werfen und sich einschließlich einer Videoinstallation ein Bild von dem Ort zu machen, an dem frische und unverbrauchte Ideen für die Zukunft Lüdenscheids entwickelt werden sollen.

Was in Lüdenscheid „Wunderkammer“ heißt, wurde von der Kulturstiftung des Bundes in Halle als „Laboratorium der Zukunft“ als eines von 20 Projekten bezuschusst. Knapp 150.000 Euro Fördergelder fließen bis nächsten Juni in das Projekt, „allerdings nur für Städte unter 250.000 Einwohner. Man geht davon aus, dass größere Städte ohnehin genügend Kooperationspartner haben“, sagt Museumsleiter Dr. Eckhard Trox.

"Stadtgefährten" gesucht und gefunden

Die kleineren Städte wie Lüdenscheid müssen erst einmal auf die Suche nach „Stadtgefährten“ gehen. „Haben wir getan: die Wirtschaftsjunioren, die Visionäre, das Altstadtbüro, die Fachhochschule, die KKW Architekten, die Agentur David und Goliath und das Lüdenscheider Stadtmarketing“, zählt Linus Wortmann auf, der gemeinsam mit Matthias Czech, Tom Groll und Ulrike Tütemann den zu den organisatorischen Köpfen der „Wunderkammer“ gehört.

Im Laufe der nächsten Monate sollen sich weitere „Gefährten“ hinzu gesellen, nicht nur, aber auch aus dem kulturellen Raum. Themen wie Bildung, Arbeit oder auch Demokratie sind angedacht, über die die jeweiligen „Stadtgefährten“ im geschützten Raum „Wunderkammer“ diskutieren können. Auf Dauer gesehen soll die „Wunderkammer“ Bestandteil der neuen Dauerausstellung in den Museen werden.

Zukunftsthemen mal anders präsentieren 

„Wir wollen Zukunftsthemen mal anders präsentieren und andere Ansätze schaffen. Vielleicht Tischtennis spielen oder mit einem Klumpen Ton arbeiten. Wir wollen die Akteure auch untereinander mischen und keine fertigen Ideen, sondern einen Prozess“, zeigt Czech beispielhaft auf, wie grenzenlos die Möglichkeiten sein können.

Die "Wunderkammer" in den Museen gestaltete der polnische Künstler Robert Sochacki mit.

Die Diskussionrunden in der „Wunderkammer“ sollen zu einer etablierten Marke werden und als Element in die Dauerausstellung einfließen. „Natürlich spielen wir dabei mit dem Geheimnisvollen. Das ist ein alchemistisches Labor, in dem die Dinge anders gemischt werden sollen“, ergänzt Tom Groll mit Blick darauf, dass die Vertreter der Parteien bereits seit dem Neujahrsempfang von dem „Blind Date“ mit der „Wunderkammer“ wissen und mit der Einladung für nächsten Mittwoch symbolisch einen Schlüssel für die Kammer erhalten haben. Angesagt haben sich zum öffentlichen Teil der Veranstaltung auch Vertreter der Bundesstiftung, die, so Trox, „ganz begeistert von der Idee der Wunderkammer ist“.

Der Eintritt zum öffentlichen Teil der Veranstaltung und der Videoprojektion ist frei. Festgefahrene Denkmuster aufbrechen und neue Impulse geben – die „Wunderkammer der Zukunft“ ist für das Quartett der Organisatoren das Transportmittel für einen neuen, anderen Weg in Lüdenscheids Zukunft.

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