Neue Kritik an Auszug der VHS

Noch ist das alte Rathaus Sitz der VHS – und beherbergt bald auch der Gedenkzellen. Ist ein solches Gebäude zu vermarkten?

LÜDENSCHEID - Schon einmal meldete sich der Geschichts- und Heimatverein Lüdenscheid kritisch zu Wort, als die LN vor einigen Wochen erstmals über die geplante Zusammenlegung von Volkshochschule und Musikschule in der heutigen Albert-Schweitzer-Hauptschule an der Kaiserallee berichteten.

Jetzt ist diese Verlagerung Bestandteil des Entwurfs für das Haushaltssicherungskonzept. Und die Kritik aus dem Verein an dem Vorhaben wird lauter.

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Als „Katastrophe“ bezeichnete Vorstandsmitglied Dr. Arnhild Scholten gestern auf LN-Anfrage die geplante Vermietung oder Vermarktung des alten Rathauses nach einem Auszug der VHS. Zum einen bringe die Einrichtung dank ihrer Veranstaltungen auch abends noch Leben in die Oberstadt – für die Musikschule an der Altenaer Straße gelte das ebenso. „Mit der Abgabe dieses Denkmals, das immer ein Lüdenscheider Behördensitz war, entledigt sich die Stadt darüberhinaus eines wichtigen Teils ihrer Geschichte.“ Zudem kann sich Dr. Scholten keinen Käufer oder Mieter vorstellen, der mit den neuen Gedenkzellen im Keller des einstigen Polizeigebäudes etwas anfangen könnte.

In jedem Fall stelle sich hier zudem die Frage des Stellplatz-Nachweises. Offen sei auch, ob ein gedeihliches Miteinander der VHS mit der Musikschule möglich ist, die immerhin auch lautere Töne produziert. Und die geplante Folgenutzung des heutigen Musikschul-Gebäudes durch Verwaltungsbüros berücksichtige nicht den aufwändig gestalteten Kammermusiksaal. „Was passiert dann mit diesem wunderbaren Raum, in den viel Geld investiert wurde?“, fragt sich die langjährige SPD-Ratsfrau. „Soll da ein Schreibtisch stehen?“

Die geplante Zusammenlegung von VHS und Musikschule, bei der auch eine Leiterstelle eingespart werden soll, erscheine ihr „noch immer eher unausgegoren“, sagte Dr. Scholten. Zumindest die Musikschulleitung hält die Planung indes für machbar. - hgm

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