Lüdenscheid: Mutter kämpft für ihre behinderten Kinder

Ursula Maluche sucht dringend eine Wohnung, die genug Platz für ihre behinderten Töchter Mary (r.) und Svenja bietet.

LÜDENSCHEID – „Wir drei bleiben zusammen.“ Das hat Ursula Maluche ihren Kindern Svenja (25 Jahre) und Mary (10 Jahre) nach schweren Schicksalsschlägen versprochen. Doch dass es für die 57-Jährige so schwer werden würde, ihr Wort zu halten, hätte sie nicht gedacht. „Wir finden einfach keine Wohnung, egal wie sehr wir uns bemühen“, stellt die Lüdenscheiderin fest.

Im Dezember 2007 muss sich Mary, die Ursula Maluche bereits im Säuglingsalter als Pflegekind aufgenommen hatte, einer Notoperation unterziehen. Das Mädchen leidet an Neurofibromatose, auch Morbus Recklinghausen genannt. Im Kleinhirn hat sich ein Tumor gebildet, der unter anderem das Atemzentrum stark beeinträchtigt. Doch nach der Operation ist nichts mehr wie früher: Mary sitzt im Rollstuhl, sie wird künstlich ernährt, muss das Sprechen wieder lernen.

Im Oktober 2008 geschieht das Unfassbare. Svenja, die jüngste Tochter von Ursula Maluche, klagt ganz plötzlich über starke Kopfschmerzen, die unerträglich werden. Der Notarzt diagnostiziert eine Gehirnblutung. Im Krankenhaus erleidet die junge Frau noch einen Schlaganfall. Eine Notoperation rettet auch ihr Leben. Doch auch Svenja ist seitdem an den Rollstuhl gefesselt. Wie Mary kämpft sie sich nun mühsam ins Leben zurück, lernt wieder sprechen. Irgendwann, das ist ihr Ziel, will sie wieder laufen können und in ihrem Beruf als Bürokauffrau arbeiten.

Ursula Maluche weicht beiden Kindern nicht von der Seite, verbringt ein Jahr mit ihnen in einer Rehaklinik am Bodensee. Im Dezember des vergangenen Jahres kehren die drei nach Lüdenscheid zurück, doch die alte Wohnung an der Wehberger Straße hat die 57-Jährige längst aufgelöst. „Das war im zweiten Stock“, berichtet sie. Leise fügt sie hinzu: „Wir wussten nicht mehr wohin.“ Eine Freundin bietet Hilfe an, Ursula Maluche, Svenja und Mary ziehen vorübergehend mit in ihr Haus ein. Fieberhaft sucht Ursula Maluche seitdem nach einer behindertengerechten Wohnung oder einem Haus mit vier Zimmern – bisher vergeblich.

Doch das ist längst nicht das einzige Problem, das momentan fast unlösbar erscheint. „Mary müsste und will wieder zur Schule gehen“, sagt Ursula Maluche. Doch ohne Begleitung ist das nicht möglich.

„Sachkundeunterricht mit Tieren habe ich besonders gerne“, sagt Mary. Die Zehnjährige lächelt verschmitzt. „Rechnen mag ich nicht so.“ Im Gegensatz zu anderen Kindern muss Mary von einer Krankenschwester begleitet werden, wenn sie demnächst die Schule für Körperbehinderte in Olpe oder die Schule für Kranke in Hellersen besuchen soll. Kurz nach einer Tumor-Operation haben die Ärzte dem Mädchen ein Tracheostoma, eine operativ angelegte Öffnung der Luftröhre (Trachea) nach außen, legen müssen. „Wenn sich dort Sekret ansammelt, muss es abgesaugt werden“, erklärt Marys Pflegemutter, Ursula Maluche. Bisher konnte sie niemanden finden, der die Zehnjährige von morgens bis nachmittags begleitet. „Das Problem ist, dass die Krankenschwester vom Sozialamt nach tatsächlichen Arbeitsstunden bezahlt wird. Wenn Mary krank ist oder Ferien sind, verdient sie nichts“, berichtet die 57-Jährige. Trotzdem hat sie die Hoffnung noch nicht aufgegeben: „Vielleicht haben wir auf diesem Wege Glück.“

Ursula Maluche ist unter Telefon 01 76 - 78 46 10 24 erreichbar. Sie wäre glücklich, wenn sich potentielle Vermieter und interessierte Krankenschwestern melden würden.

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