Mildes Urteil nach 20 Kellereinbrüchen

LÜDENSCHEID - Zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilte das Landgericht Hagen im Dezember zwei Brandstifter, die im Februar 2011 Kellerbrände an der Corneliustraße und der Römergasse gelegt haben sollen. Das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig...

Am Montag verhandelte ein Jugendschöffengericht des Amtsgerichts gegen einen 21-jährigen Lüdenscheider, dem die Staatsanwaltschaft 23 Kellereinbrüche vorwarf. Dabei war er zum Teil mit den Tätern aus dem Landgerichtsprozess unterwegs – ohne dass es dabei zu gefährlichem Zündeln gekommen wäre.

20 dieser Kellereinbrüche gab der junge Mann ohne Umschweife zu und wurde für dieses Geständnis mit einer milden Entscheidung belohnt: Das Schöffengericht erklärte ihn für schuldig, verzichtete jedoch auf ein konkretes Strafmaß. So kann der 21-Jährige nun ein Jahr lang unter Beweis stellen, dass es ihm ernst ist mit der Abkehr aus dem kriminellen Milieu. Gelingt ihm dies, würde das Verfahren endgültig zu den Akten gelegt.

Auf Einbruchstour begab sich der Angeklagte im Zeitraum zwischen dem 11. Oktober und dem 28. Dezember 2010. Aus Kellern an Südstraße, Germanenstraße, Augustastraße, Im Steilhang, Karlstraße, Am Breitenfeld, Wehberger Straße, Wermecker Grund und Bahnhofstraße stahlen die Täter unter anderem Werkzeuge, Fahrräder, Spirituosen, PCs, Monitore und eine Schneefräse. Der Schaden summierte sich schließlich auf eine fünfstellige Summe.

Ein gesondert verfolgter Mittäter habe ihn durch brutale Einschüchterungen zu den Einbrüchen gezwungen, trug der junge Mann als Entschuldigung vor. Zeugen bestätigten Schläge und Übergriffe. Zum Teil sei der Angeklagte wie ein Leibeigener gehalten worden, stellte Richter Wolfram Arnold fest. - thk

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