Schon sechs Fälle im MK

Mehr Amazon-Kunden betrogen! Polizei MK warnt: Nie wieder Urlaubsfotos posten

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Die Polizei warnt: Keine Urlaubsfotos live und öffentlich posten (Symbolbild). 

Lüdenscheid - Nach zwei Fällen in Lüdenscheid warnt die Polizei im Märkischen Kreis Amazon-Kunden vor einer neuen Betrugsmasche.

  • Amazon ist das größe Online-Kaufhaus der Welt
  • Millionen Menschen sind dort als Kunden registriert
  • Das ist ein beliebtes Einfallstor für Betrüger - aber nicht nur dort

Update Freitag, 10. Januar, 15.46 Uhr: In den vergangenen Tagen gab es im Märkischen Kreis mehrere Fälle von Warenkreditbetrug oder Datenausspähung. Mal wurden Bestellungen bei Amazon aufgegeben, mal Kreditkarten belastet oder Reisen gebucht. 

Möglicherweise hängt diese Anhäufung mit der aktuellen Phishingwelle zusammen. Täter versenden E-Mails und locken ihre Opfer auf falsche Internetseiten. Wenn die Opfer dort ihre Zugangsdaten eingeben, landen sie nicht in ihrem Kundenkonto. Stattdessen verschaffen sie unbekannten Betrügern freien Zugang zu ihren Konten. Das hatte Konsequenzen. Die Polizei listet vier angezeigte Taten auf. 

  • Eine Frau aus Hemer gab ihre Kreditkarten-Daten auf diesem Weg auf einer angeblichen DHL-Seite ein. 
  • In Schalksmühle wurden Handy und Tablet gehackt.
  • Eine Frau aus Iserlohn entdeckte mehrere nicht autorisierte Bestellungen bei Amazon.
  • Eine Frau aus Neuenrade bemerkte Unregelmäßigkeiten auf ihrem Kreditkartenkonto.

Die Polizei warnt vor den Tricks der Betrüger

Die Polizei warnt davor, die oft täuschend echt aussehenden Mails zu öffnen. Erst recht sollte man keine enthaltenen Links anklicken. Wer sein Kundenkonto kontrollieren will, der sollte stattdessen über seinen Webbrowser direkt die Seite ansteuern - und zwar per Handeingabe. 

Bei Unregelmäßigkeiten sollte man sofort Kontakt aufnehmen zu dem Anbieter und zum Zahlungsdienstleister, wie etwa Banken. Unberechtigte Buchungen sollten umgehend reklamiert werden. Eine regelmäßige Kontrolle der Auszüge ist sehr sinnvoll.

Überhaupt sollte man sparsam mit seinen Daten im Internet umgehen und nicht jedem Geburtsdatum und/oder Adresse mitteilen oder - öffentlich und "live" Fotos aus der Urlaub posten, warnt die Polizei. 

Erstmeldung: Mega-Ärger für Amazon-Kunden: Polizei MK warnt dringend vor Fake-Mails

Die Polizei im Märkischen Kreis ermittelt derzeit in zwei Fällen, in denen es um Amazon geht. Die Ermittler bringen die aktuellen Anzeigen in Lüdenscheid in Zusammenhang mit einer groß angelegten Phishing-Welle, die seit Jahresbeginn läuft. Im Mittelpunkt: Fake-Mails von Amazon

Amazon-Bestellung wird nur teilweise geliefert - dann kommt eine Mail

Ein junger Mann aus Lüdenscheid wandte sich am Montag an die Polizei. Er hatte am Freitag bei Amazon bestellt und bereits am Samstag eine erste Teillieferung in Empfang genommen. Anschließend erhielt er am Sonntag eine E-Mail von Amazon mit dem Inhalt "Sie wurden gesperrt." 

Offenbar konnte er auch nicht mehr auf seine Kundendaten zugreifen. Die ausstehende Lieferung wurde storniert. Als der Mann tatsächlich keine Lieferung erhielt, erstattete er Anzeige wegen des Verdachts, dass seine Daten ausgespäht wurden. Ein materieller Schaden ist nach Polizei-Angaben noch nicht entstanden. 

Die Polizei-Ermittler vermutet, dass der Lüdenscheider Opfer von Betrügern geworden ist. Derzeit werden immer mehr Fälle von Amazon-Phishing in ganz Deutschland bekannt

und spricht eine dringende Warnung an Amazon-Kunden aus. Sie sollten online nicht zu leichtsinnig agieren. Die Betrüger sind mit allen Wassern gewaschen. Zwei Tricks wenden sie im Moment besonders häufig an. 

Trick 1: Über Fake-Mitteilungen Amazon-Kunden auf gefälschte Seite leiten

Es gibt täuschend echt gemachte Fake-Mitteilungen. Mal heißt es, das Konto sei gesperrt worden. Das nächste Mal lesen die Opfer, es habe einen unberechtigten Zugriff von einem fremden Gerät gegeben. Oder der Kunde soll seine (Konto-)Daten aktualisieren oder seine Bestellungen überprüfen. 

Immer geht es den Täter darum, ihre Opfer über einen Link in der Mail auf eine gefälschte Seite zu locken. Dort werden die Opfer aufgefordert, ihre Login-Daten einzugeben - und schon hat der Betrüger alle nötigen Daten. Deshalb rät die Polizei: Erst überlegen, dann klicken! 

Wer sein Kunden-Konto überprüfen will, der sollte immer (!) per Hand die Adresse im Browser eintragen und nie (!) Links oder Anhänge in Mails öffnen, schreibt die Polizei. Wer darauf hereingefallen ist, sollte sofort (!) die echte Seite seines Online-Dienstes aufrufen und seine Zugangsdaten ändern und telefonisch Kontakt mit dem Anbieter aufnehmen.

Trick 2: Amazon-Kunden sollten Kennwörter noch einmal überprüfen

Eines der Haupt-Einfallstore für Betrüger ist das Kennwort. "1234" reicht nicht. Kennwörter sollten aus möglichst vielen Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen bestehen. Zum Beispiel könnte man sich einen Merksatz einprägen und den jeweils ersten Buchstaben, alle Zahlen und Zeichen als Passwort nehmen. Aus dem Satz "Ich würde am 1.1.2030 gerne zum Mond fliegen." würde also das Passwort "Iwa1.1.2030gzMf."

Besonders wichtig ist das sichere Kennwort für das E-Mail-Postfach. Ein Blick in die Mails verrät viel über Kundenkonten. Über das Mailfach lassen sich Passworte zurücksetzen. Damit erlangt ein Betrüger auch Zugriff auf andere Konten. Die Polizei im MK abschließend: "Ein guter Vorsatz für das Jahr 2020 wäre: Alle Passworte sicher machen!"

Zweiter Fall in Lüdenscheid mit angeblichem Kauf von Amazon-Gutschein

Eine weitere Anzeige nahm die Polizei bereits am 2. Januar auf. Ein Mann aus Lüdenscheid hatte drei E-Mails vermeintlich von Amazon erhalten. In einem wurde ihm ein Amazon-Gutschein in Rechnung gestellt, den er gar nicht gekauft haben konnte. Er ist laut Polizei gar kein Amazon-Kunde. 

Die Polizei hat die Betrugsmasche mit gefälschten Bestellbestätigungen bei Amazon noch einmal ausführlich dargestellt (externer Link). 

Ein DHL-Bote rammte in Lüdenscheid mit seinem Streetscooter ein Auto und flüchtete. Die Polizei entdeckte ihn einige Straßen weiter - beim Ausliefern von Paketen. Ein von VW Piepenstock zieht innerhalb Lüdenscheids um.

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