Weniger Menschen aus MK gingen 2010 in Klinik

LÜDENSCHEID – LÜDENSCHEID ▪ Sind die Westfalen robuster als die Menschen aus dem Rheinland? Beim Blick auf das vergangene Jahr liegt diese Vermutung nahe.

Denn im Januar des vergangenen Jahres kamen 9,6 Prozent weniger Patienten ins Klinikum als im Vorjahresmonat. Im Februar und März war der Rückgang zwar nicht mehr ganz so hoch, aber immer noch spürbar. Das hat den Märkischen Kliniken die Bilanz ordentlich verhagelt. Ein Minus von 1,6 Millionen Euro beendet das Geschäftsjahr 2010. Der Verlust für Lüdenscheid lag bei einer Million Euro, Werdohl machte ein Minus von 1,3 Millionen Euro und Letmathe erzielte immerhin ein Plus von 700 000. Robert Schüwer, Geschäftsführer der Märkischen Kliniken, hat keine Erklärung für das Ausbleiben der Patienten. „Wir haben natürlich sofort rumtelefoniert. Das Phänomen trat in vielen Teilen von Westfalen auf, während das Bild aufs Jahr gesehen im Rheinland ganz anders aussah.“ Bis zum Schluss hätten die Anfangsdefizite nicht ausgeglichen werden können. „Dabei wurden früher die Leute auch bei Schnee krank.“ Allein in Lüdenscheid fehlten 580 Fälle (insgesamt 33 620). Dabei hatte Schüwer mit einem deutlichen Plus gerechnet, dass das Jahresergebnis von 2009 mit 718 000 Euro noch übertreffen sollte.

Hinzu kamen die auf 1,9 Millionen Euro gestiegenen Ausgaben für die so genannten „Freelancer“. Diese „Medizinischen Leiharbeiter“ sind für den geregelten Krankenhausbetrieb inzwischen unverzichtbar. Wechselt beispielsweise ein Assistenzarzt, dann bleibt diese Stelle heute zwei Monate oder sogar noch länger vakant und wird bis zur Neubesetzung durch einen „Freelancer“ ausgefüllt. „Früher hatten wir drei Kandidaten in der Schublade, das ist inzwischen nicht mehr der Fall“, so Schüwer. Für Werdohl sei es äußerst schwierig, neues Personal zu bekommen, aber auch für Lüdenscheid und Letmathe sei die Lage problematisch. „Diese Sorgen gibt es in München oder Düsseldorf zwar nicht, dafür ist dort der Pflegebereich unterbesetzt.“

Für dieses Jahr waren die Planungen „pessimistisch orientiert“, doch die vorliegenden Zahlen haben die Zurückhaltung aufgeweicht. Auch die Märker sind nicht mehr so widerstandsfähig. „Wir sind deutlich besser ins Jahr gestartet und verzeichnen ein derzeit um 2,6 Prozent höheres Patientenaufkommen.“ Ob es am Jahresende für Sekt oder Selters reicht, steht noch in den Sternen. „Die Budgetverhandlungen mit den Krankenkassen werden voraussichtlich erst im August abgeschlossen und die Tarifvereinbarungen stehen ebenfalls noch aus. Wir haben mit einem Minus von 900 000 Euro geplant und hoffen jetzt zumindest auf eine schwarze Null.“ - be

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