Lüdenscheid liegt beim Abfallaufkommen unter dem Landesschnitt

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Lüdenscheid - Die Weihnachtsfeiertage bereichern nicht nur die Gabentische. Sie sorgen auch für überquellende Mülleimer. Laut Statistik gehörte Lüdenscheid beim Abfallaufkommen zu den umweltbewussteren Städten des Kreises. Ganz oben steht eine andere.

Die Weihnachtsfeiertage bereichern nicht nur Festtafeln und Gabentische, sondern sorgen auch für überquellende Mülleimer.

Im vergangenen Jahr wurden von den Entsorgungsbetrieben in Nordrhein-Westfalen 8,3 Millionen Tonnen Siedlungsabfälle eingesammelt, das waren 1,3 Prozent mehr als 2015.

Wie Information und Technik NRW als amtliche Statistikstelle des Landes mitteilt, ergab das für 2016 ein Pro-Kopf-Abfallaufkommen von 471,7 Kilogramm.

Der Märkische Kreis liegt mit 494 Kilogramm damit über dem Landesschnitt. Dabei fällt das Abfallaufkommen in den einzelnen Städten und Gemeinden sehr unterschiedlich aus. Lüdenscheid bringt es pro Kopf auf 454 Kilo und damit zählen die Einwohner zur umweltbewussten Gruppe.

Als geradezu vorbildlich weist die Statistik Neuenrade aus. Die Hönnestadt bringt es gerade einmal auf 331 Kilogramm und führt damit die Tabelle der Müllvermeider unangefochten an.

Allerdings ist das Jahr 2016 für die Nachbarn noch mit einem Makel behaftet. Denn seinerzeit galt noch das Wiegesystem. Das bedeutet: Wer viel „in die Tonne kloppte“, bezahlte eben auch viel. Das wiederum führte zu dem häufigen Verdacht, die Neuenrader chauffierten ihren Müll über die Stadtgrenze, um ihn bei Nacht und Nebel beim Nachbarn preiswert zu entsorgen.

Dass die nur wenige Kilometer entfernte Stadt Balve mit sage und schreibe 544 Tonnen pro Kopf mit deutlichem Abstand den kreisweiten Negativrekord hält, nährte den Verdacht und ließ Raum für Spekulationen.

Bewiesen wurde ein Mülltourismus allerdings nicht. Ob sich die Statistik nachhaltig verändert, wird die nächste Erhebung zeigen, denn seit diesem Jahr sind in Neuenrade neue Abfallzeiten angebrochen: Statt nach Gewicht wird auch dort nach Volumen abgerechnet.

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