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Tödliche Schüsse auf Kirmes: Videoaufnahmen - Haftbefehl gegen Mann erlassen

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Von: Jan Schmitz, Simon Stock, Katharina Bellgardt, Markus Klümper

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Nach dem tödlichen Schuss auf der Steinert Kirmes in Lüdenscheid ist am Dienstag gegen einen jungen Mann Haftbefehl erlassen worden. Ein SEK hatte am Montag seine Wohnung gestürmt und ihn festgenommen.

Update vom 24. Mai, 17.41 Uhr: Gegen den tatverdächtigen Jugendlichen, der am Montagabend in einer Wohnung an der Gartenstraße vorläufig festgenommenen worden ist, hat die Staatsanwaltschaft Hagen beim Amtsgericht Lüdenscheid jetzt einen Haftbefehl wegen vorsätzlichen Totschlags erwirkt. Das geht aus einer gemeinsamen Presseerklärung der Staatsanwaltschaft Jahren und der Polizei Hagen hervor. Die weiteren Ermittlungen der Hagener Mordkommission dauern an.

StadtLüdenscheid
LandkreisMärkischer Kreis
Einwohner71.911

Update vom 24. Mai, 15.56 Uhr: Der junge Mann, der am Montagabend in einer Wohnung an der Gartenstraße von einem Sondereinsatzkommando der Polizei vorläufig festgenommen worden war, wurde inzwischen dem Haftrichter vorgeführt. Der Richter muss entscheiden, ob der junge Lüdenscheider in Untersuchungshaft genommen wird - bei Tatverdächtigen, die gegebenenfalls unter das Jugendstrafrecht fallen, sind die Hürden für eine Anordnung der Untersuchungshaft allerdings hoch.

Nach Informationen unserer Zeitung soll es sich bei dem Festgenommenen um den mutmaßlichen Todesschützen handeln, der am Samstagabend einen unbeteiligten 40-jährigen Mann aus Gummersbach erschossen haben soll. Eine Entscheidung des Richters wird für heute erwartet.

Die Schüsse wurden von zwei Tatverdächtigen aus einer Gruppe heraus abgegeben - mit einer Schreckschusspistole und mit einer scharfen Waffe. Ein Projektil traf den Gummersbacher nach bisherigen Informationen aus einer Entfernung von mehr als 30 Metern in den Bauch. Der Mann starb später im Krankenhaus.

Videos, die in den sozialen Netzwerken kursieren, zeigen die Flucht der mutmaßlichen Tatverdächtigen über das Gelände der Aral-Tankstelle in die Straße Zum Weiten Blick. Auf den Bildern sind insgesamt sieben Personen zu erkennen, die sich vom Tatort wegbewegen. Bislang hatten Polizei und Staatsanwaltschaft von einer Gruppe von einer Gruppe von sechs Personen gesprochen. Der ermittelnde Staatsanwalt Thomas Wünnenberg: „Die Ermittlungen zur Zusammensetzung der Gruppe laufen.“ Für den Nachmittag hat er eine Erklärung angekündigt.

SEK-Einsatz in Lüdenscheid: Ein Mann wurde nach den tödlichen Schüssen auf der Steinert Kirmes festgenommen.
SEK-Einsatz in Lüdenscheid: Ein Mann wurde nach den tödlichen Schüssen auf der Steinert Kirmes festgenommen. © Alex Talash

Nach Recherchen unserer Zeitung hatte sich die Gruppe nach den tödlichen Schüssen zunächst in der Nähe des Polizeieinsatzes aufgehalten und das Treiben beobachtet. Sie ergriffen erst zu einem späteren Zeitpunkt die Flucht.

Update vom 24. Mai, 7.18 Uhr: Es wird erwartet, dass sich Polizei und Staatsanwaltschaft heute genauer zu den Vorfällen äußern. Bei dem Festgenommenen handelt es sich offenbar um einen jungen Mann, der von dem SEK-Einsatz gegen 18.40 Uhr am Montagabend überrascht wurde und keinen Widerstand leistete. Neben der Wohnung wurden auch zwei Autos durchsucht.

Lüdenscheid: Festnahmen nacht tödlichem Schuss auf Steinert-Kirmes

Update vom 23. Mai, 20.03 Uhr: Der Einsatz wurde bestätigt. Die Polizei hat einen Mann in Lüdenscheid durch das SEK in seiner Wohnung festgenommen. Laut gemeinsamer Mitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft nahmen Spezialkräfte einen Tatverdächtigen in Lüdenscheid fest und durchsuchten seine Wohnung. Zu Details, Alter und Hintergründen wollten sich die Ermittler am Abend vorerst nicht äußern. 

Update vom 23. Mai, 19.30 Uhr: Neue Entwicklungen nach dem Tötungsdelikt auf der Kirmes in Lüdenscheid: Es gab offenbar einen SEK-Einsatz in einer Wohnung in Lüdenscheid. Einem Bericht zufolge habe das Spezialeinsatzkommando eine Wohnung gestürmt und mindestens eine Person vorläufig festgenommen. Die Polizei kann den Bericht über den SEK-Einsatz nicht bestätigen, da Informationen durch die ermittelnde Mordkommission erst morgen veröffentlich werden.

Update vom 23. Mai, 17.38 Uhr: Der Bürgermeister von Lüdenscheid äußerte sich zu dem Tötungsdelikt und erklärte, warum die Kirmes nicht abgebrochen wurde und am Sonntag noch der Schützenumzug stattfand. Die Informationen seien zu diesem Zeitpunkt noch unklar gewesen, es stand noch nicht fest, dass es Schüsse gab und dass der 40-Jährige gestorben war.

Für die Sicherheit auf dem Volksfest sorgt mehr Personal: Die Schützen haben vor Ort das Sicherheitspersonal aufgestockt und auch die Polizei wird auf der Kirmes mit mehr Beamten sehen. Lüdenscheids Bürgermeister Sebastian Wagemeyer appellierte an die Bürger: „Lassen wir es nicht zu, dass eine kleine Personengruppe eines der schönsten, größten und wichtigsten Volksfeste unserer Region zerstört, das uns allen Freude und Hoffnung schenkt – gerade in den aktuell schwierigen Zeiten, die hinter und noch vor uns liegen.“

Update vom 23. Mai, 16.07 Uhr: Nach dem tödlichen Schuss bei der Steinert Kirmes in Lüdenscheid wird es doch keine Öffentlichkeitsfahndung geben - zumindest vorerst. Der zuständige Staatsanwalt erklärte am Montag auf Nachfrage, dass „aus ermittlungstaktischen Gründen“ zunächst auf eine Veröffentlichung von Videobildern verzichtet werde.

Update vom 23. Mai, 12.03 Uhr: Die Veranstalter der Steinert Kirmes in Lüdenscheid haben sich am Montag zu dem tödlichen Schuss am Samstag geäußert. In einem Statement bei Facebook betonen sie ihr Bedauern für den schrecklichen Vorfall am Eröffnungstag - und erklären, wie es mit dem Volksfest weitergeht.

Mann auf Steinert Kirmes in Lüdenscheid erschossen - Ermittler hoffen auf Videobilder

Update vom 23. Mai, 11 Uhr: Nach dem tödlichen Schuss auf einen 40-Jährigen bei einer Kirmes in Lüdenscheid hofft die Mordkommission der Polizei Hagen, mit einer Öffentlichkeitsfahndung auf die Spur des Schützen zu kommen. Die Staatsanwaltschaft Hagen teilte am Montag mit, es liege Videomaterial vor, auf dem die beteiligten Personen zu sehen seien. Dies wollten die Behörden veröffentlichen.

Die Ermittlungen dauerten an, betonte der zuständige Staatsanwalt. Die Mordkommission habe bereits mehrere Zeugen vernommen. Aktuell gebe es aber noch keine konkreten Verdächtigen.

Mann auf Steinert Kirmes in Lüdenscheid erschossen - Fahndung nach sechs Personen

Update vom 22. Mai, 21.00 Uhr: Nachdem auf der Steinert Kirmes in Lüdenscheid ein Mann erschossen wurde, fahndet die Polizei nun nach sechs Personen. Sie sollen ein südländisches Aussehen haben und 16 bis 20 Jahre alt sein. Vier Personen waren dunkel gekleidet, eine Person trug einen grauen Jogginganzug, eine Person ein weißes T-Shirt. Zeugen werden gebeten, sich bei der Polizei in Hagen unter der Telefonnummer 02331-986-2060 oder unter der Notrufnummer 110 zu melden.

Update vom 22. Mai, 17.40 Uhr: Bei dem Vorfall auf der Steinert Kirmes in Lüdenscheid handelt es sich tatsächlich um ein Tötungsdelikt. Ein 40-jähriger Mann wurde vom Projektil einer Waffe getroffen und ist später verstorben.

Wie Polizei und Staatsanwaltschaft gemeinsam mitteilen, kam es gegen 20.30 Uhr auf dem Gelände der Kirmes zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen sechs Personen und einem 16-jährigen Jungen aus Lüdenscheid. Als der Junge mit seinem 52-jährigen Vater die Gruppe später zur Rede stellen wollten, flüchteten die sechs Personen. Dabei gaben zwei von ihnen mit einer Schreckschusswaffe und einer scharfen Waffe Schüsse in die Luft und in Richtung Vater und Sohn ab. Dabei wurde der 40-jährige Mann aus Gummersbach, der sich zu diesem Zeitpunkt am Ausgang der Kirmes aufhielt, getroffen. Wenig später starb er im Krankenhaus an seinen schweren Verletzungen.

Auf der Steinert Kirmes in Lüdenscheid wurde ein Mann erschossen.
Auf der Steinert Kirmes in Lüdenscheid wurde ein Mann erschossen. © Markus Klümper

[Erstmeldung] Lüdenscheid - Zu einer auch für die Polizei sehr unübersichtlichen Lage kam es am Eröffnungstag der Lüdenscheider Steinert-Kirmes am Rande des Festplatzes. Zunächst sah es für die Beamten aus, als seien Delikte, die als Randerscheinungen immer wieder bei Volksfesten vorkommen, in besonders geballter Form aufgetreten. Doch später war die Rede von Schüssen und mindestens einer verletzten Person. Radio MK berichtet, dass eine Person verstorben sei - die Umstände sind noch vollkommen unklar. Immer mehr Streifenwagenbesatzungen kamen nach 21 Uhr zur Hohen Steinert, in der Nacht sogar die Kriminaltechnik-Spezialisten des Polizeipräsidiums Hagen.

Großer Polizeieinsatz auf Kirmes in Lüdenscheid - Zeugen berichten von Schüssen

Auf Schüsse aus einer scharfen Waffe deutet derzeit nichts konkret hin, eher auf eine Schreckschusspistole. Auch kristallisiert sich nach verschiedenen Zeugenaussagen heraus, dass die Schüsse erst wenige Minute nach dem Zusammenbruch einer Person gefallen sind. Diese war gegen 21 Uhr auf der Straße in sich zusammengesackt, nachdem sie von mehreren jungen Leuten umringt worden sein soll. Diese sollen unter anderem in Richtung der nahegelegenen Aral-Tankstelle geflüchtet sein.

Kirmes Lüdenscheid Polizei Einsatz
Die Polizei war mit einem Großaufgebot am Samstagabend bei der Eröffnung der Steinert-Kirmes in Lüdenscheid. © Markus Klümper

Ob es sich bei der zusammengebrochenen Person um die Person handelt, die am Samstagabend starb, ist unklar. Von der Polizei wurde dies bislang nicht bestätigt. Auch in den sozialen Medien wurde darüber spekuliert, eine Person sei in Folge einer Straftat verstorben.

Auf Nachfrage wurde aus der Leitstelle von einer sehr unübersichtlichen Gemengelage gesprochen. Man sein offenbar mit Straftaten konfrontiert, die für ein derartiges Volksfest sehr ungewöhnlich seien.

Einsatz auf der Kirmes in Lüdenscheid: Staatsanwaltschaft schaltet sich ein

Körperverletzungen, Pöbeleien und Taschendiebstähle passieren immer wieder, aber nicht in dem Maße, wie es sich gerade abzeichnete. Später gab es keine weiteren Auskünfte aus der Leitstelle: Die Staatsanwaltschaft hatte sich eingeschaltet. Ein Indiz dafür, dass von erheblichen Delikten ausgegangen wird.

Kirmes Lüdenscheid Polizei Einsatz
Auch zahlreiche Einsatzkräfte waren vor Ort. © Markus Klümper

Gegen 22 Uhr standen etliche Streifenwagen an der Hohen Steinert, ein Großaufgebot von Beamten war vor Ort. Eine Person wurde intensiv kontrolliert. Über etwaige Festnahmen liegen derzeit keine Informationen vor. Das Schützenfest und die Kirmes liefen planmäßig weiter. Erst weit nach Mitternacht verließen die letzten Besucher, nicht selten stark alkoholisiert, den Festplatz. Zu diesem Zeitpunkt waren die Kriminaltechniker des Polizeipräsidiums Hagen auf dem Weg nach Lüdenscheid. Die KTU-Spezialisten dokumentierten den mutmaßlichen Tatort und gingen auf Spurensuche.

Die Eröffnung der Kirmes auf der Hohen Steinert war am Freitag wegen des Unwetters auf Samstag verschoben worden.

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