Keine Flüchtlingszuweisungen im April

Flüchtlinge bleiben aus, Stadt hält zunächst an Unterkunftsplanung fest

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Weitere Container wie diese könnte die Stadtverwaltung je nach Bedarf bestellen.

Lüdenscheid - Zuletzt sind Lüdenscheid nach Auskünften von Thomas Ruschin im Januar 24 Flüchtlinge zugewiesen worden. Danach habe es keine weiteren Zuweisungen mehr gegeben – „und wie es aussieht, bleibt das auch bis Ende Mai so“, sagte der Beigeordnete im LN-Gespräch.

An den Planungen bezüglich der Unterkünfte halte man trotzdem vorerst fest. „Zumindest für diesen Monat wissen wir, dass keine neuen Flüchtlinge zu uns kommen“, sagte Ruschin. „Deswegen können wir die Situation derzeit etwas entspannter sehen. Ob das länger so bleibt, ist aber ungewiss.“

Grund dafür, dass bundesweit viel weniger Flüchtlinge ankommen, sei die Schließung der Balkan-Route, so Ruschin.

Andere Kommunen müssen aufnehmen

In Lüdenscheid wirke sich derzeit aber noch etwas anderes aus: „Jetzt müssen erst andere Kommunen aufnehmen, die in der Vergangenheit gesagt hatten, sie könnten nicht noch mehr Flüchtlinge unterbringen. Diese Zahlen werden jetzt bereinigt“, erklärte der Beigeordnete.

Da es noch zu Anfang des Jahres von Seiten der Bezirksregierung Arnsberg geheißen habe, Lüdenscheid müsse monatlich mit 120 neuen Flüchtlingen rechnen, habe sich die Stadtverwaltung darum bemüht, die Voraussetzungen für weitere Unterbringungsmöglichkeiten zu schaffen, sagte Ruschin.

477 von 880 Plätzen in Übergangsheimen belegt

Die Anmietung einer Etage im Gebäude Wefelshohler Straße 1 oder eine Baugenehmigung für weitere Container am Schöneck seien da Beispiele.

„Ziel war, bis Ende des Jahres Platz für 2100 Flüchtlinge zu haben.“ Ein Blick auf die momentane Situation: „Wir haben in den Übergangsheimen derzeit Kapazitäten für 880 Flüchtlinge, davon sind nur 477 belegt“, rechnete der Beigeordnete vor.

Je nach Entwicklung der Situation will die Stadt Gebäude wieder abgeben

Entwickle sich die Situation so weiter, dass man die Plätze – und vor allem jene, die bis Jahresende hinzukommen sollten – nicht brauche, müsse man neu überlegen, wovon man Abstand nimmt.

„Für die Einrichtung am Wefelshohl haben wir uns nur ein Jahr lang vertraglich verpflichtet. Dann würden wir das Objekt zum Jahresende wieder abgeben. Und die Baugenehmigung für die Container am Schöneck ist bloß eine erfüllte Voraussetzung. Wir würden die zusätzlichen Wohncontainer dann nicht bestellen“, sagte Ruschin.

"Wir werden unsere Planungen nicht vorschnell rückgängig machen"

Mit einer dauerhaften Entspannung der Lage rechnet der Beigeordnete aber nicht. Die Flüchtlinge würden sich andere Wege suchen und vor allem in Nordafrika warteten momentan viele Menschen auf eine Ausreise über das Meer. „Wir werden unsere Planungen nicht vorschnell rückgängig machen.“

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